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„Preußischen“ und des „Deutschen Lehrervereins“.
Bereits im Jahre 1887 trat herr Lorenz in den Vorstand dieser
Verbände und war dadurch in die glückliche Lage versetzt, über alle
größeren Versammlungen Bericht erstatten zu können. Stets war
der Lehrerverein für Saarbrücken-St. Johann und Umgegend sich
seiner Pflichten gegen die größeren Verbände bewußt. Er beschickte
ihre Tagungen, unterstützte tatkräftig ihre Bestrebungen und befolgte
ihre Beschlüsse. Erinnert sei hier besonders an die auf ihre Anregung
entstandene „Militär-“ und „Statistische Kommission“
Beide wirken recht segensreich.
In der Stellungnahme zu den Volksschulgesetzentwürfen
und dem Schulkompromiß zeigte sich der Lehrerverein für
Saarbrücken-St. Johann und Umgegend so recht als Träger eines
echt idealen Geistes, der materielle Vorteile stets zurückstellt, wenn es
gilt, dem Wohle der Nation zu dienen und die wichtigste Bildungs—
stätte, die Volksschule, gegen herrschgelüste zu verteidigen und
ihre berechtigte Freiheit zu erstreben.
Aus denselben Motiven resultieren die Kufe des Vereins nach
einer besseren wissenschaftlich-pädagogischen Bildung, nach
Fachaufsicht, letztere, eine Forderung, die in anderen Ständen längst
erfüllt ist, und nach Vertretung im Schulvorstande, in dessen
Zusammensetzung wohl allerlei Berufszweige vereinigt sind, der Lehrer
dagegen selten zu finden ist. Eine organisierte Lehrerschaft muß ferner
die allgemeine Volksschule und damit die Beseitignng jeg—
licher Vorschulen als höchstes Siel ihres Strebens erachten. Diese
Forderung bedingt andererseits aus nationalen, pädagogischen und
kulturellen Gründen die freie Entwickelung und Gleichberechtigung
der Simultanschule mit der konfessionellen Schule im paritätischen
Staate, denn diese Schulform vermag der Jugend unseres Volkes
geistige und sittliche Crrungenschaften als ein allen gemeinsames Gut
am reinsten zu übermitteln. Sie erscheint als ein Hort des Friedens,
als eine Quelle, aus welcher Duldsamkeit für Lernende und Lehrende
entströmt; sie ist unstreitig am meisten geeignet den giftigen Einfluß
konfessioneller Zwietracht abzuschwächen und versöhnend zu wirken.
Daß gerade eine starke, wenig bildungsfreundliche Partei sich mit
allen Kräften gegen den HRusbau derselben sträubt, bestärkt die freien
Cehrervereine immer mehr in der hoffnung, daß der Simultanschule
doch die Zukunft gehört!
Um der Fortbildung seiner Mitglieder recht anregend und
wirkungsvoll dienen zu können, trat der Verein mit Autoritäten der
Wissenschaft in Verbindung und rief Hochschulvorlesungen ins