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Am leichtesten gelang es dem Sürsten Wilhelm hHeinrich, die
Steinkohlen zur Feuerung in den Gewerbebetrieben und
Fabriken einzuführen. So hören wir, daß man steinkohlen in
Glas- und Eisenhütten, im Sensenwerk und Drahtzug und beim Salz—
und Alaunsieden zur Feuerung benutzte. Um die Verwendung zu
fördern, teilte man die Kohle nach ihrer Beschaffenheit in 3 Sorten.
1. „geblümte Kohlen, welche allerhand Farben zeigen und für die
Schmidt und übrige Feuerwerke am besten zu gebrauchen.
ganz schwarze Pechkohlen, aus welchen vorzüglich Kuß, Hharz
und Pech fabriziert und gezogen werden kann, auch zum Ofen—⸗
brand gebraucht werden können.
gemeine Steinkohlen, welche viel Erde mit sich führen und
trocken sind, so daß solche zur Siedung des Salzes, Alaunes
und andern Dingen sowohl, als auch zum Ofenbrand dienlich
sind.“
3.
Einführung als hausbrand.
Schwieriger gestaltete sich die Einführung der Steinkohle zum
Ofenbrand. Die Ofen eigneten sich dazu ebenso wenig wie die alten
Schornsteine, die für Steinkohlenbrand viel zu weit waren. Die
Folge hiervon war eine gewaltige Rauchentwickelung. Den Rauch
bon Steinkohlen hielt man aber für sehr gesundheitsschädlich, ja viele
glaubten, er sei lebensgefährlich. Wie bei der Einführung der Kar—
toffel, so auch bei der der Steinkohlenfeuerung zeigte sich das Vor—
urteil der Masse als das stärkste Hindernis. (Als man im Winter
des Jahres 1759 in Osterreich 4000 Zentner Steinkohlen unter die
armen Leute verteilen wollte, fanden ganze 60 Zentner Abnahme.)
Fürst Wilhelm Heinrich ließ mit seinen Bemühungen nicht nach. 1765
erließ er eine Anweisung: „Welcher Gestalt die Steinkohlen zur Er—
wärmung der Stuben und Behältnisse füglich und nützlich angewendet
werden können.“ sSie wurde durch Vermittelung der Oberämter
und der Mayer den Geistlichen des Landes zugeschickt, welche sie den
Bewohnern und Pfarrkindern bekannt zu geben und zu erklären
hatten. Trotz aller Bemühungen dauerte es noch bis in den Anfang
des 19. Jahrhunderts, bis sich die Steinkohle beim hausbrand ein—
gebürgert hatte.
vVerkokungsversuche.
Sehr interessant sind auch des Fürsten Wilhelm Heinrich Ver—
suche, die Steinkohlen zu verkoken und andere Nebenprodukte daraus
zu gewinnen. Durch Vertrag vom Jahre 1758 wurde dem Kommer—
zienrat heuß die Anlegung von „Pech-, Harzs, Ol-, Spirituss, Wagen—