Full text : Festschrift für den 29. Rheinischen Provinzial-Lehrertag am 13., 14. und 15. Juni 1905 in Saarbrücken

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V. Der Bergbau“).

„Auf Gott vertrau
bei der Berge Bau!“
Schon im frühen Mittelalter lernte man die Steinkohle kennen.
zufällig fand der Bauer auf seinem Ecker die schwarzen Steine an
dem Ausgehenden eines Flözes. Sufällig auch entdeckte man, daß
sich die Steinbohle zum Schmieden und Kalkbrennen eigne. So grub
—
maligen hilfsmittel gestatteten. Die nachstürzende Erde bereitete
solchen Tagebauen ein baldiges Ende.
Als der Preis für das Holz und die holzkohlen mehr und mehr
stieg und die Nachfrage nach Steinkohlen stärker wurde, fing man
an, nach Kohlen zu suchen. Man mußte in die Erde eindringen,
unterirdische Baue anlegen und die so entstandenen hohlräume
durch Holz zu stützen suchen. Das Hauptbestreben ging natürlich
dahin, möglichst viele Kohlen herauszuschaffen. Das eindringende
Wasser und die nachfallende Erde vertrieb gar bald die Gräber aus
diesen Cöchern. Darum heißt es in einem Bericht an den Fürsten
Wilhelm Heinrich,
„daß bishero nur auf den Raub geschafft worden, daß die
Kohlengräber jeder vor sich und niemanden zum Vorteil
den Berg sehr umbwielet und sich vergraben.“
Solche und andere Umstände bestimmten den Fürsten Wilhelm
heinrich 1750, den Kohlenbergbau seines Landes selbst in die Hhand
zu nehmen. Damit beginnt eine neue Zeit für den Bergbau, näm—
lich regelrechter Bergbau nach bergmännischen Erfahrungen
und unter der KHufsicht eines Berginspektors und vereidigter Steiger.
An einer geeigneten Stelle wurde ein Stollen in den Berg ge—⸗
trieben. Er stieg gewöhnlich etwas an, sodaß man das Wasser gut
abführen konnte. Hatte man ein Kohlenflöz erreicht, so erweiterte
man den Stollen und begann mit der Kohlengewinnung. Der Ver—
bau erforderte viel Holz, und doch ging die Grube leicht zu Bruch,
weil man die zur Stütze stehen gebliebenen Kohlenpfeiler nicht groß
genug ließ.
Dieser Bergbau hatte also noch mancherlei Fehler. Aber der Fürst
und seine Inspektoren suchten die Übelstände abzustellen. So schrieb
der Fürst einmal an seine Rentkammer, welche die Grubenverwal—⸗
tung führte:

*) Siehe Fußnote Seite 108.
            
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