Namen Knappschaftskasse ein Grundkapital zusammen zu bringen.
Die Grubenverwaltung unterstützte diese Bestrebungen und erließ eine
Arbeitsordnung, welche die Strafgelder dieser Kasse zuwendete. Die
heutige Arbeitsordnung stimmt in den Grundzügen mit dieser ersten
überein, ebenso das erste Knappschaftsstatut vom Jahre 1801 mit
dem heutigen. Die Leistungen der Knappschaftskasse wurden durch
das neue Statut erweitert: die Invaliden erhielten eine Unterstützung,
desgleichen die Witwen und Waisen verstorbener Mitglieder.
Der preußische Staat hat dem Knappschaftsverein seine ganze
Aufmerksamkeit und Gunst zugewendet. Ja, man kann sagen, daß
die beim Saarbrücker Knappschaftsverein gemachten Erfahrungen
grundlegend geworden sind für die Reichsgesetze der Kranken- und
Imvalidenversicherung. Über die heutige Einrichtung, die Beiträge
und Leistungen unterrichtet das Knappschaftsstatut. Erwähnt sei nur,
daß der Werkseigentümer genau soviel Beiträge zahlt, wie die EUr—
beiter zusammengenommen. Im Jahre 1903 betrug die Zahl der
Vereinsgenossen 44712
die Einnahme 9421845 Mark
die Ausgabe der Krankenkasse 1386 151,
die Ausgabe der Pensionskasse 5824 046,
das Vermögen...1353395 062,
Noch auf mancherlei andere Weise sorgt der Staat für seinen
Bergmann: Er sucht ihn wirtschaftlich zu heben, ihm die Gesundheit
zu erhalten, ihn und seine Kinder zu gesitteten und brauchbaren
Menschen zu erziehen. Wer sich eingehender darüber unterrichten
will, dem sei die Schrist empfohlen: „Die Wohlfahrtseinrichtungen
für die Arbeiter der Ugl. Bergwerksdirektion zu Saarbrücken. Welt—
ausstellung zu St. CLouis. 1904.“ Durch ihre Bestrebungen hat es
die Bergverwaltung erreicht, daß der Bergmannsstand heute ein
durchaus hochgeachteter Stand ist, der auf einer wirtschaftlich und
moralisch festgefügten Grundlage steht.
Die Gefahren seines Berufes in Verbindung mit den märchen—
haften Vorstellungen von Gnomen und Berggeistern haben den Berg—
mann zu einem ernsten, sinnenden Manne gemacht. Seine schwer—
mütige Lebensauffassung kommt so recht in seinen vielen Liedern
zum UHusdruck. Aber voll Mut und Gottvertrauen singt er:
„Der Bergmann scheut Gefahren nicht.,
Ihn schreckt selbst nicht der Tod!
Und lösen auch bei seinem Grab
Sich krachend Felsenwände ab.
Er denkt: So will es Gott!“
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