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mit großer Mühe und Widerspruch der Gemeindeleute, geraten, und
beide Gemeinden soweit gebracht, daß sie sich entschlossen, ein Schul⸗
haus zu bauen, welches 1719 geschehen, und war dies das erste, so
hier gebaut worden, indem vor Alters die Pfarrer zu Malstatt auch
zugleich die Schule gehalten haben.“ Die ersten Lehrer in Malstatt
hatten während des Winters zweimal täglich Schule zu halten, im
Ssommer blieben also die Kinder, wie überhaupt in den Dorfschulen,
ganz ohne Unterricht. Im Jahre 1730 wird in einem von der
fürstlichen Regierung eingeforderten Bericht der dringende Wunsch
ausgesprochen, „daß in der Jahreszeit, wo die Bauern ihre Kinder
zur Feldarbeit brauchten, wenigstens eine Stunde täglich unter—
richtet werde.“ Zu den Obliegenheiten des Lehrers von Malstatt
gehörte u. a. auch: Die Kirche rein zu halten, die Schläfer zu wecken,
die Hunde aus der Kirche fortzujagen und die Glocke regelmäßig
dreimal des Tages zu läuten. 1789 waren unter den Schülern 15
Unaben und 28 Mädchen, 1809 war die Zahl auf 30 Knaben und
34 Mädchen gewachsen. Darunter waren aber auch die Kinder aus
Burbach, Rußhütte, Kockershausen, Neudorf und Großwald. In
Burbach wurde die erste evang. Schule 1822 gegründet. Die erste
kath. Schule entstand in Malstatt 1834 und in Burbach 1855. Be—
reits 1866 waren in Malstatt-Burbach 11 Klassen vorhanden. heute
besitzt diese jüngste unter den drei Schwesterstädten nicht nur die
meisten sondern auch die ansehnlichsten Schulhäuser. Luch hier liegt
die Leitung der Schulen in der hand von vier Rektoren.
Um zu zeigen, wie das gewaltige Anwachsen der Bevölkerung,
bedingt durch den wirtschaftlichen KAufschwung seit 1870, sich auf dem
Gebiete der Schule bemerkbar macht, seien hier die Sahlen aus den
Jahren 1875 und 1905 einander gegenüber gestellt.
Im Jahre 1875 gab es in
Saarbrücken 15 Klassen mit 1001 Kindern
St. Johann 19 „1259 ,
Malstatt⸗Burbach 31 „2146
Am Beginn des Jahres 1905 waren vorhanden in
Saarbrücken 59 Klassen mit 3480 Kindern
St. Johann 55 , „31738,
Malstatt⸗Burbach 104, 6844,
In den drei Städten sind also gegenwärtig 13497 Volksschüler
borhanden, welche in 218 KRlassen unterrichtet werden und zwar von
134 Cehrern und 84 Cehrerinnen.