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unter preußische herrschaft gekommen waren, nahm die Bevölkerung
sehr schnell zu. Schon 1827 zählte man in Saarbrücken 584 evang.
Schulkinder, weshalb die Zahl der Klassen von vier auf sechs erhöht
werden mußte. Auf Veranlassung des Bürgermeisters Böcking wurde
1837 mit einem Kostenaufwand von 20000 Talern das erste große
Schulhaus in der Kronprinzstraße erbaut. Die Bausumme erhielt
man durch Verkauf von Gemeindeländereien. Da dieses Ge—
bäude acht große Säle und ebenso viele Lehrerwohnungen enthielt,
so genügte es den Bedürfnissen auf längere Zeit. Damals wurde
auch die erste Lehrerin für weibliche Handarbeiten angestellt. 1857
gab es in Saarbrücken 8 evang. und 2 kath. Lehrer. 1860 wurde
Turnunterricht in den Volksschulen eingeführt. Seit 1876 sind die
städtischen Schulen der Leitung des Rektors Jungk unterstellt, und
1877 wurden zum erstenmal auch Lehrerinnen daran beschäftigt. Jetzt
sind in Saarbrücken fünf große Schulhäuser vorhanden, von denen
zwei mit Einrichtungen für Brausebäder versehen sind.
In sSt. Johann war man 1819 genötigt, ein neues Schulhaus
zu bauen, doch mußten die Kosten zumteil durch Vorschüsse von ver—
mögenden Bürgern gedeckt werden. So wenig leistungsfähig waren
damals noch die Gemeinden! 1827 zählte man in St. Johann 378
evang. Schulkinder, welche in 4 Klassen untergebracht waren. HAußer⸗
dem gab es noch 2 kath. Klassen. 1864 war die Zahl der AKlassen
auf 6 evang. und 3 kath. gestiegen. 1875 wurde Dr. Fröhlich als
Rektor der Stadtschulen angestellt, und gleichzeitig richtete man
Simultanklassen ein. Doch bestanden letztere nur bis 1887, in
welchem Jahre die konfessionelle Schule wieder hergestellt wurde.
Jetzt sind vier Rektoren mit der Leitung der Volksschulen betraut.
Die Stadt St. Johann besitzt gegenwärtig 6 Schulhäuser, da dieselben
aber räumlich unzureichend sind (acht fliegende Klassen bestehen
schon!) auch zum teil den hygienischen Anforderungen der Neuzeit
nicht entsprechen, so ist ein neues großes Schulgebäude in Angriff
genommen, das für 24 Klassen eingerichtet werden soll.
Die ältesten vorhandenen Nachrichten über das Schulwesen in
Malstatt-Burbach stammen von dem Pfarrer Barthels, der von
1714- 1738 die Pfarrei Malstatt versah. Er berichtet: „Nachdem
es die ersten vier Jahre meines zu Malstatt geführten Predigtamtes
sehr schlecht gegangen, da nicht allein die Eltern sehr nachlässig ge—
wesen, ihre Kinder des Winters zur Schule zu schicken, worüber die
Jugend ganz verwildert, sondern auch die Gemeinden mit ihrem
Schulmeister in Streit gelebt, also habe ich mich verbunden gehalten,
auf Besserung bedacht zu sein, welches mir denn endlich, wie wohl