20. -el als diminutivbildend ist unbekannt Pleonastisch
kommt es nach gutturalem Auslaut mit -chen (cin,
ca) vor: lekalgin Löckchen, reyalfin Ringlein, deyalgin
Dinglein; Plur.-Endung -cat: (mit Uebergang des
I> = in) medarcor Mädchen, r&darcar Rädchen.
‘Ki (Wilm. 301. „neuer Vokal“.)
nn aslaut hat sich zwischen / u. r + labialem
oder gutturalem Cönsonant ein kurzer Zwischenvokal entwickelt,
teils z, teils a und zwar so, dass £% vor k. und c, 9
vor f und m steht.
1) dolig Dolch, talig Talg, baric Berg, aric arg, tswaric
Zwerg, burig Burg, folic imp. folge, kalik Kalk, folik Volk,
balikan Balken; ;
2) koraf Korb, doraf Dorf, «laf elf, tswelaf zwölf, wurof
wirf, wuroam Wurm, turam Turm.
S 10Z Auch vor silbenschliessendem r hat sich in weit
grösserem Masse als im Nhd. nach Diphthongen und langen
Vokalen der irrationale a-Laut eingestellt. (Wilmanns’ „neuer
Vokal“ 8. 301.) Also ausser den auch Nhd. Bauer, teuer,
Trauer ete. in r&: Röhre, rö% Rohr, mix mir, dis dir,
trausric traurig.
Heilig (aaO. S. 123, 8 278) setzt hierher auch die Formen:
klig Lilie, kastanig Kastanie, Edowart Eduard, die auch bei
uns vorkommen.
4)
5) Abschwächung des. zweiten Compositionsgliedes.
(Wilm. 316 ff.)
8_108. Das zweite Compositionsglied eines Wortes,
welches nicht unter dem Eindruck des Hochtons stand und
auch durch Verlust des mhd. Vokals in der Compositionsfuge
meist keinen Nebeniktus hatte, hat natürlich gleichfalls Veränderungen
erlitten. So ist es, wenn das Gefühl der Composition
verloren gegangen war, zur einfachen Ableitungssilbe
geworden. Wurde jedoch der zweite Component noch deutlich
als Wort empfunden, so hat sich dieses, wie das daneben
selbständig bestehende erhalten. So konnte auch ein
Irrtum unterlaufen wie in möndem Marder, in dem die einfache
Ableitungssilbe -der mit dzeor (Tier) verwechselt wurde,