Full text : Die Merziger Mundart

So könnte man in gawalt das 9 dem a, in gadict (genau)
dem i, in gaw&il (Gewühl) dem ö als genähert bezeichnen.
S. 102, Bei dem Präfix ver- hat das r bewirkt, dass
hier 9 immer dem a nahe steht. vwor- ist ebenfalls for geworden,
 und so wird unterschieden: fostripn (vertragen)
und fzartränn (für-tragen, vortragen); voraus > forous, vÖraus
 >> figrous.
$ 108. Von sonstigen Präfixen besitzt die Ma. noch:
da- > do, betont do- z. B. dafim dafür, dafin dafür = deshalb,
 dobeonan drinnen, dabausan draussen.
ent- fehlt der Ma., doch antwört Antwort.
er-, das sonst fremd ist, steht in mdxon, 2ic smMAXIN
herbeischaffen, Fortschritte machen, sich besser befinden
{v. Kranken).
Zuweilen ist a erhalten, wo es im Nhd. geschwunden
ist. Da dies jedoch nur vor und r der Fall ist, so kann
man diese Erscheinung eher als — sekundäre -— BSvarabhakti-
 Entwickelung auffassen; (s. unter 4) goleig (gelih)
gleich, galäs Glas etc.

2. Flexionssilben. (Wilmanns, 255 ff.)
S10£ In den Flexionssilben ist das tonlose e regelmässıg
 synkopiert worden. Der Deklination fehlt es im
Nomin. und Dativ der Substantiva, im Femin. der Adjektiva.
 Bei der Conjugation ist die 1. Pers. sing. der starken
Verben an die schwache Conjug. angeglichen, und daher mit
on flektiert, das zu an wurde, ferner fiel 9 aus im Imperativ.
Das gedeckte e bleibt in der Deklination als a erhalten
vor r und %. Bei der Verbalflexion geht es verloren. Also:
2. Pers. sing. -$t. 3. P. sg. -t, 2. P. pl. -t, des Präs.; im
Part. Perf. Pass. ist die Endung der st. Verba regelmässig
abgefallen, die der schw. lautet einfach 4. Hat der Stamm
der letzteren schon t, so bleibt er unverändert.
‚3. Ableitungssilben. (Wilm, 299 ff.)
$ 105, Die Vokale der Ableitungssilben — mit Ausnahme
der auf -er, die zu -#% abgeschwächt wurde — sind meist
nach den für die Stammsilben geltenden Regeln behandelt
worden. Jedenfalls trugen dieselben einen starken Neben-
            
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