Mhd. ou.
_5_38. Mhd. ow ist gleichfalls monophthongiert worden,
und zwar zu 4. In einsilbigen Wörtern ist es mit zweigipfeligem
Accent versehen,
Beispiele: räxan rauchen, däfon taufen, käfon kaufen,
läafan laufen, zäman säumen, zäm Saum (beide ohne Umlaut),
lafıc läufig.
räm (roum) Rahm, hän hauen, bAm Baum, ddf Taufe,
$däf (Nbf£. Sdips) Staub, läf Laub, gand (jüngere Nbf. gnou)
genau, fra (infolge proklit. Verwendung hat es seinen
zweigipfeligen Accent verloren, den es nur in betonter
Stellung behält) Frau.
Anm, 1. tsoun Zaun, hdufon Haufe, zowfon saufen gehen auf
die Formen mit @% zurück. Als Lehnwort muss ts9um (zoum, zäm)
betrachtet werden.
Anm. 2. Von der Verkürzung o des ö aus ow (s. Weinhold,
Mhd. Gr. $ 127) ist der Ma. erhalten geblieben: ox auch und
bonatt (boumgart) Baumgarten.
Mhd. öu.
„$_89. Dieser Umlaut fehlt der Ma. vollständig. Nhd.
Lehnwort ist reiwaot Räuber. Es kommt noch das Part.
praet. obndeit aufgetaut vor. Dies könnte auf eine umgelautete
Form von touwen tauen zurückgeführt werden.
Simplex und andere Formen fehlen. — Andere Belege wüsste
ich nicht beizubringen. Jedoch hai Heu.
Mhd. Ze.
„5.90. Wie der Zusammenfall dieses Diphthongs mit
mhd. & zeigt, ist derselbe schon in mhd. Zeit zu € monophthongiert
gewesen. Dies geht auch aus der Schreibung und
den mhd. Reimen hervor. So zeigen die Urkunden die verschiedensten
Schreibungen für Brief, die jedenfalls alle denselben
Laut ausdrücken sollen. Bine Urk. v. 1312 (Höf.
S. 97) hat sowohl breif als seint (sehen) Sonst finden sich
noch, oft sogar nebeneinander, breue, brieue. Wenn man
aus den Reimen schliessen darf, so bestand auch in der Aussprache
der Diphthong nicht, sondern ist schon im 11. Jh.
rein graphisch. Aegid.: ser : tiere 578; herren (das durch