Full text : Die Merziger Mundart

Anm. 1. Vor r ist geschlossenes e erhalten in „/@%“ leer.
Anm. 2. Eine nur scheinbare Ausnahme ist „jemarlig“ jämmerlich,
 denn s. 8 52; vgl. auch Weigand, D. Wb. I, 732', der hier
auch die Frage aufwirft, ob nicht ursprünglich kurzes a@ vorliege

Mhd. e und &

_8.54_ Die Umlautung des ahd. @ ist in der MMa. durchweg
durchgedrungen. Aber diese umgelauteten Wörter in feste
Regeln zu bringen erweist sich als ausserordentlich schwierig.
Immer wieder werden sie durchkreuzt und es zeigt sich,
obschon, wenigstens sicher in früherer Periode, eine Auseinanderhaltung
 von & in Prinzip besteht, dennoch häufig ein
Durcheinandergehen beider — etymologisch verschiedenen —
Laute. Daher findet sich eine ausreichende Erklärung weder
in der Chronologie des Umlauts, die Kauffmann (Beitr. 18,
393 f.) annimmt und der consonantischen Kinfluss leugnet,
noch in letzterem allein.
Der Unterschied von & zeigt sich insofern gewahrt,
als sich geschlossenes e (wie in 8 53) erhalten hat für das
geschlossene Umlauts-e (festgestellt durch Franck, Zs.
fda. 25, 219; Kauffm. a. a. O0. S. 50); während &# als offener
Laut begegnet. Die Verwirrung, die dann später eingetreten
 ist, darf mit Sicherheit zum grossen Teil der Schriftsprache
 zur Last gelegt werden, so dass offenes e an die
Stelle des schriftsprachlichen & getreten ist. (Braune,
Beitr. 13, 578 f.).
Die interessante Beobachtung Braunes in dem (eben
cit.) Aufsatz „Zu den dtschen e-lauten‘“, nach der in Grossthiemig
 (obersächs.) kurzes e und @& zusammengefallen sind,
während die gedehnten Laute getrennt entwickelt sind, lässt
sich auf unsere Ma. ebenfalls nicht anwenden. Wenn man
nach der Majorität gehen wollte, so könnte man umgekehrt
annehmen, dass bei uns die Laute in der Dehnung zusammengefallen
 sind, während die Kürze noch den Unterschied
zeigen kann.

im folgenden führe ich zunächst die Beispiele an, in
Jenen beide Laute zusammengefallen sind, sodann diejenigen,

Weigand, Deutsches Wörterbuch, 2 Bde. Giessen 1873,
            
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