Dieses 5 (< 4) hat die Neigung zur Diphthongierung:
x. Durchgedrungen ist sie vor d, t und ® (s. $ 52). Vor
r erscheint das v noch nicht deutlich, dagegen wird, wie
Beispiele zeigen, die Diphthongierung zunächst die Vokale
vor s und Z ergreifen,
8 51. Das durch früh eingetretene Dehnung und durch
Contraction entstandene 4 ist schon unter mhd. a behandelt
worden. Siehe darüber $ 49, 1—5.
Gekürzt ist mhd. 4 zu 9 in: losan lassen, in dem schon
$3 48, 3 erwähnten hän, ferner, wie im Nhd. in jämer >
jamoaı, jämern > jamoaın, Jammer, jammern. Hierzu kommt
noch das unregelmässige: lemol Messer, Klinge. Die Entwicklung
ist: lat. lamellum, mhd. lämel, lamel, lamil, lemel
> lemol.
8.52. I. @ in Fremd- und Lehnwörtern: kanal Kanal,
zoldätan Soldaten (die noch vorhandene echte Form tsaldöptan
wird verdrängt), tserwolät Cervelat, Sdat Staat, adwoyät
Advokat, malät krank, dala (Nhd.) Thaler, räzont
(neben ranzant) rasend, gräf, welches das früher geläufige
gröf verdrängt, wohl durch die romantische und Märchen-Doesie,
1. Mhd. @ > 5 (50): In den besternten Beispielen
hört man das noch nicht deutlich zum Durchbruch gekommene
o erklingen.
Sif Schaf, slof Schlaf, klir* klar, woor* wahr, blas*
Blase, wi Wage, öwont Abend, pıl* Pfahl, zimen, Samen,
kröm Kram, möl* Mal, mal; al» mol ei gewiss, n5 (Urk. v.
1248 na; mfrk. Leg. v. 2 nd) nach, nur temporal, local
dafür op (< up) z. B. op Kelon nach Köln, hevnixau (hernach-her)
nachher, b/5 (ld) blau, $lifon schlafen, nibr Nachbar,
gdrofan strafen, »1* Al, $bön meist dafür der Plur. $ben
Spahn, töpig täppisch (mhd. täpisch), dazu das Subst. föporf
täppischer, dummer Mensch, bröix (mhd. bräche in übertragener
Bedeutung) dicke Milch, ziman Samen, Sdrös*
Strasse, dazu das Dimin. Sdroösjan Gurgel, $r5 (mhd. schrä
ist für unsere Ma. anzusetzen, ? ahd. skrä getrocknete Tierhaut
s. Schade, altd. Wb. S. 804. vgl. Grimm, Wb. 9, Sp. 1766