8 29. Kehlkopfartikulation. Um so reger ist die
Kehlkopfartikulation. Ausser den reinen Sonoren finden sich
stimmhafte Geräuschlaute (besond. s) in der MMa. (vgl. $ 17.)
Eine genaue Untersuchung über das ausgestorbene labiolabiale
ww ist nicht mehr möglich, es scheint jedoch nur in
der Lippenstellung bestanden zu haben, so dass es also
stitumlos war. Die Unterlippe wird nach vorne geschoben
und es entsteht eine mehr oder weniger rundliche Öffnung.
Im Inlaut findet sich ausserdem ein stimmhaftes
s (= 8), w (v) und stimmhaftes, palatales j (= 2.
Auch im _Anlaut hat die Ma. von den letztgenannten
s und w.
Anm. In so giebt die Ma. dem s einen Lautvorschlag. Es ist
dies ein mit heftiger Explosion der Stimmbänder verbundenes
9 79200.
$ 23,_Nasale Artikulation. Diese kommt vor, ist
aber zu individuell und nichts der Ma. eigentümliches, daher
auch diese Aussprache in vorliegender Arbeit unberücksichtigt
ist. Vielleicht ist sie auf Einfluss der israelitischen
Bevölkerung zurückzuführen, bei der sie meist zu beobachten
ist ; vielleicht aber auch ist sie eine Folge der herabgesetzten
Activität der Sprachorgane, da sie sich vorzüglich bei ganz
langsamem Sprechen einstellt.
$ 24. Stimmbandverschluss. Der ‚Jeise_Kinsatz
(Sievers! S. 151) ist in der Ma. der regelmässige. Beim
gewöhnlichen Sprechen ist er auch bei vokalischem Satzanfang
herrschend; im Satzinnern wird das vokalisch anlautende
Wort mit dem auslautenden Consonant des vorangehenden
zur Einheit gebunden, wobei der harte Consonant
häufig zur Lenis erweicht wird. (vgl. darüber $ 28.)
Das betonte Wort hingegen hat im Satzanfang Sowohl
als im Satzinnern den festen Einsatz. Es. entsteht
dann vor dem Wort eine kurze Pause, ın der Atem geschöpft
wird. Der feste Einsatz mit starkem Explosivlaut
(Sievers S. 151) findet statt in der Verneinungsinterjektion,
die mit geschlossenem .Munde hervorgebracht . wird: Mm
ı Ed. Sievers, Grundzüge der Phonetik. 5. Aufl. Leipzig 1901