Baumeister Emmerich aus Trier, jetzt an der technischen
Hochschule in Berlin, leitete die Bauausführung vom Februar 1865 bis
zum I. Oktober 1866 und machte sich namentlich um das Ausmalen
der oberen Räume verdient; die Ausschmückung des Speisesaals und
des Damenzimmers geschah in künstlerischer Vollendung, wie sie die
späteren Aenderungen nicht wieder erreichten. Das neue Gebäude
kostete mit der Kegelbahn und mit den Möbeln 66 000 Rthir. Während
des Baues trat im Frühjahr 1866 bei der drohenden Kriegsgefahr
schlimme Geldnoth ein. Der bisherige Oekonom, Fr. Walter, hatte
das alte Haus Februar 1865 für 20000 Rthlr. gekauft, aber der Garten
war bis jetzt nur für eine geringe Summe vermiethet. Da der Banquier
des Kasinos weitere Vorschüsse verweigerte, schien es eine
Zeit lang als müsste der Bau sistirt werden, da kam doch, vor allem
durch die freundliche Beihülfe von Herrn E. Haldy, die Zeichnung
der neuen Obligationen zu Stande und die fehlenden 15000 Rthlr.
wurden aufgebracht. Im Oktober 1866 erfolgte der Einzug in die
unteren Räume, im Dezember waren auch die oberen fertiggestellt;
in der Zwischenzeit fanden die Tanzvergnügungen im Gartensaale statt.
Wir konnten stolz sein auf das schöne Kasino.
Im neuen Kasino.
1866 -—-1896.
Im Oktober 1867 kamen die 69er Füsiliere bei uns in Garnison
(bis 1870); viele von den Offizieren haben sich ein freundliches Andenken
bewahrt.
Der Krieg von 1870 traf uns wie ein Donnerschlag, es fand
gerade am 15. Juli ein Gartenkonzert statt, da verkündigte ein Mitglied
von der Terrasse aus die Nachricht, dass die französische
Kammer den Krieg beschlossen habe. Die ganze Gesellschaft stob
auseinander, viele Mitglieder eilten noch am Abend nach St. Wendel,
um sich dort beim Bezirkskommando zu stellen, die 7. Ulanen und
die 69er zogen in der Nacht fort. Am 2. August schlugen von der
nahen Höhe Kugeln in den Gartensaal und in das Damenzimmer,
noch lange war eine Chassepotkugel am Buffet zu sehen. Am 9.
August belegten Militärärzte ohne weitere Anfrage das Kasino, und
dies diente längere Zeit als Lazareth, nur das Lesezimmer durfte von
den Mitgliedern benutzt werden.