der Saal neuhergestellt werden musste. Nach dem „Saarbrücker
Anzeiger“ fanden bei der Fahnenweihe der Bürgerwehr am 209. Oktober
Festbälle in drei Sälen statt, bei Plager, Brenner und im
Kasino. Vielleicht ist auch schon vorher der Kasinosaal für einen
Abend der Bürgerschaft überlassen worden.
Gasanstalt.
Herr Eduard Karcher beantragte 1849 die Errichtung einer
eigenen Gasanstalt und unter seiner Leitung wurde sie im Jahre 1850
für Rthlr. 3700 im Kasinogarten hergestellt. Doch zog man es vor,
sich 1857 an die St. Johanner Gasanstalt anzuschliessen.
Korporationsrecht,
1860, 22, September erlangte die Gesellschaft das wichtige Korjorationsrecht.
Die Statuten wurden neu festgestellt und gedruckt.
Beiträge.
Die Beiträge der Mitglieder wechselten mehrfach: zeitweise
wurde wegen Ankaufs des Gartens ein Thaler mehr erhoben. Die
Kartenmitglieder zahlen seit 18238 6 Thaler (statt 8), wegen eines
Defizits steigt der Beitrag der übrigen Mitglieder von 10 auf ı2 Thaler,
und dabei verblieb es, wenn auch einmal (von 1877 — 1886) die Kartenmitglieder
mit 24 Mark, die übrigen mit 48 Mark belastet wurden.
Tanz.
In Bezug auf die Tanzvergnügungen hielt sich lange der alte
Brauch. Seit 1829 gab es fünf Bälle neben den wöchentlichen Tanzbelustigungen.
Diese wurden schon 1834 angegriffen, sie sollten nur
alle 14 Tage stattfinden; aber erst 1843 ging dieser Antrag durch,
und von 1843--1865 wurde nur alle 14 Tage getanzt. Seit 1845 finden
zwei Bälle, Neujahr und Fastnacht, ohne Eintrittsgeld statt; aber der
Neujahrsball fällt 1847, da er zu wenig Betheiligung findet. Von 1848
an dürfen die Bälle bis 12 Uhr dauern statt wie bisher nur bis ı1 Uhr.
Noch 1862 fällt der Antrag, dass alle Tanzkasinos erst um 6 Uhr (statt
am 5 Uhr) anfangen sollen, nur an hellen Tagen wird dies gestattet,
seit 1863 an allen. 1864 bestimmt man die Dauer der Tanzvergnüzungen
auf die Zeit von 6-12, 1865 auf die Zeit von 6—ı1 Uhr; die
Bälle fanden damals erst sehr spät ihr Ende. Wie wir in den Kasino-Protokollen
lesen, so waren 1864 „drei Tanzkasinos von keinem, eines
nur von einem Frauenzimmer besucht.“ War keine Dame da, so
zogen die jungen Leute in den Saal und feierten ein „Bierkasino“