1830, Januar. Eine Berathungskommission, später Verwaltungsrath
genannt, wird eingerichtet, an dem ausser dem Vorstande von
5 Mitgliedern noch 8 frühere Vorsteher theilnehmen.
1831 werden die Statuten neu gedruckt. 1833 erfolgt der Beschluss,
dass die Zahl der ständigen Mitglieder nicht über 120 betragen
soll, offenbar wollen die Alteinheimischen sich ihrer Rechte versichern;
doch blieb die Zahl der ständigen Mitglieder später oft unter 120
zurück, bis im Jahre 1873 durch den „Pairsschub“ viele Beamte,
Offiziere etc. ständig wurden. Aus den Protokollen geht nicht hervor,
dass jene Bestimmung von 1833 förmlich aufgehoben ist. Eine Weinkommission
wird eingesetzt, schon 1819 hatte man einen Versuch mit
Ankauf von Wein gemacht, im August 1829 waren sogar 2 Fuder
Wein angekauft und 100 Flaschen Champagner, doch schon 1835
wurde das Weingeschäft wieder aufgegeben, weil zu viel Klagen laut
wurden und zu wenig Gewinn dabei herauskam. Der neue Wirth
Küntzer, vorher seit 1829 Zimmermann, soll es auf eigne Rechnung
übernehmen.
Seit 1836 gibt es 2 Klassen von nicht ständigen Mitgliedern, die
unständigen mit dem Rechte Fremde einzuführen, die Kartenmitglieder
öhne dieses Recht.
Garten.
1840 fand eine wesentliche Erweiterung des Kasinos statt durch
den Ankauf des „alten Kasinogartens“ von den Erben Rupied;
Kosten waren für den Garten Rıthir. 4106 Silbergr. 20, für einen Weg
vom Schweizerhof Rthlr. 266, Silbergr. 20; 1200 Rthlr. wurden für
die Instandsetzung, für Anlagen und Kegelbahn bewilligt. In dem
geräumigen schönen, allerdings etwas feuchten Garten versammelte
sich die Gesellschaft im Sommer, Concerte und Tanzvergnügen wurden
dort abgehalten,
Das Leben im Kasino,
Wir haben uns eine kleine Stadt vorzustellen, in der sich allerdings
bei manchen Familien alter Reichthum erhalten hatte; er wurde
sorgfältig vermehrt durch Sparsamkeit. Dazu brachte der Grenzverkehr
mit Frankreich, der Kohlenhandel, Bierbrauerei, blühende
Schnupftabaksfabriken, z. T. auch Grosshandel viel Geld in die Städte.
Die alten Familien hielten eng zusammen; Heirathen von und nach
auswärts bildeten die Ausnahme; alles zeigte einen recht philiströsen
Charakter. Man sagt ja unserer Bevölkerung nach, dass sie mehr
einen lothringischen als einen rheinischen Zug in sich trägt. So
wissen denn die Nachlebenden noch viele Einzelheiten von dem damaligen
Leben zu erzählen und namentlich staunten die jungen Juristen,