Full text : Saarbrücker Kasino-Chronik

einzelne Mitglieder leisten dafür einen Vorschuss von ır_ Fl, der
später zurückerstattet wird. Im Sommer ist die Gesellschaft oft sehr
schlecht besucht, manchmal heisst es: an dem Tage kein Colleg.
Bald genügen die Einnahmen nicht mehr, 1803 wird der Beitrag auf
4 Fl. erhöht, 1809 auf 6 Fl. (April 1809: 16 Fr., 1815: 20 Fr.). Dern
ist wieder der Thätige: wegen vielfacher Unordnung sollen 4 Vorsteher
 auf das ganze Jahr gewählt werden, sie ernennen unter sich
ainen Präsidenten. Es sind Jak. Karcher, W. H. Dern, Jerem.
Lerch und G. Schmidborn. Diese vier blieben bis 1817 8 Jahre
in Thätigkeit und hielten die Gesellschaft in dieser langen Zeit aufrecht.
 8 Jahre hindurch wurde kein Protokoll geführt, das erste Protokollbuch
 verschwand, man fürchtete sich vor der französischen Polizei,
und das nicht ohne Grund, denn z. B. im Jahre 1813 drohte der Präfekt
in Coblenz mit sofortiger Auflösung der Kasinos in Coblenz, Bonn,
Kreuznach bei der Spur des leisesten Verdachtes von kecker Rede
oder von politischen Umtrieben.
„Die Gesellschaft kam nach wie 'vor zusammen, viele neue
Mitglieder waren nach regelmässiger Abstimmung aufgenommen.“
1805, Oktober wurde das Colleg in das Haus von Kalck an der
Alten Brücke verlegt und zwar in das zweite Stockwerk. Der Aufwärter
 Garelly (seit 1803 im Dienste der Gesellschaft) besorgte die
Getränke.
Die Zahl der Mitglieder betrug 1796: 46, 1797: 44, 1798: 40, 1800:
238, 1801: 38, 1802: 59, 1803: 66, 1804: 58, 1805: 59, 1806: 59, 1807:
60, 1808: 59, 1809: 57, 1810: 55, 1811: 53. 1812: 54, 1814: 57, 1815: 59-Für
 Zeitungen waren zeitweise 70 bis 80 Fl. ausgeworfen. 1815
änden wir verzeichnet: Punsch für die russischen Offiziere 14 Fr., für
den Kommandanten 5 Fr. 40.
Da die Räume im Kalck’schen Hause zu klein wurden, miethete
man 1815 für 500 Fr. das obere Stockwerk im Steubeschen Hause
‚jetzt Rexroth in der Altneugasse.) „Es wurde auch beschlossen,
Frauenzimmer auf die Sonntage zur Gesellschaft einzuladen, um eine
Partie zu machen, oder die jungen Leute veranlassten Spiele; sie
bekamen Lust zu tanzen und liessen zuweilen Musik auf eigne Rechaung
 kommen. So entstanden die Sonntags-Vergnügungen.“ Einzelne
Mitglieder zogen wohl fort nach den Friedenschlüssen von 181415,
aber in den kleinen Städten von zusammen 5000 Einwohnern waren
ja nur wenige französische Beamte. Es zogen fort: Duhamel, ingeıieur
 en chef des mines, Gaudon, controleur prineipal, Godet, Postmeister,
 einige Richter, die Forstbeamten Himmes, Creutzer,
Zaepfel, Serres, Binger. Die beiden Savoye blieben hier, Advokat
Tonnel kam später zurück 1819, Gangloff schied erst 1819 aus.
            
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