Full text : Saarbrücker Kasino-Chronik

Das Colleg von 1796 —1817.

Am 1ı. September 1796 gründeten 19 Mitglieder der lange unter-5rochenen
 Gesellschaft nach holländischer Art ein „Colleg‘“. Mit Holland
jestand damals durch den Holzhandel und durch Bezug von Kolonialwaaren
 von dort her ein lebhafter Verkehr. In dem Hause von
G. Ph. Korn, gegenüber der Kaserne in der Wilhelmstrasse (jetzt
Herrn Karl Röchling), wurde das Eckzimmer für 66 Gulden gemiethet.
Vier Vorsteher standen an der Spitze, die monatlich zur Hälfte erneuert
 wurden; das Kassieramt wechselte jeden Monat. Der „Beyschuss“
 betrug 2 Fl, das Eintrittsgeld 11 Fl.; für Befreiung vom Vorsteheramte
 zahlte man 30 Kreuzer Strafe, für Nichtübernahme des
Kassieramts ı Fl. Im Laufe des Monats September traten im Ganzen
28, bis zum Jahresschluss 46 Mitglieder bei. (2 Namen sind in dem
Verzeichniss aus irgend welchen Gründen ausgelassen.)
Als Vorstand wurden gewählt: Dern W. H. (der spätere Landrath),
 Zix J. L., Quien, Schmidborn Georg jun.
Dern und Georg Schmidborn gelten in der Tradition als die
eigentlichen Gründer. Dern hat wiederholt das Colleg von neuem
geordnet und war offenbar die Seele der Gesellschaft. Das eine
Zimmer war nun schon nicht mehr ausreichend, es wurde daher ein
anderes daneben gemiethet und 110 Fl. incl. Feuerung gezahlt.
Das Inventar war sehr bescheiden: die erste Rechnung vom
September 1796 gibt an:
ı Dutzend Theetassen. . . 2,-_ı
 Zuckerbüchse ‚14 »
cz Stühle , . IL-— x»
ı Milchkanne —,20
I Tintenfass —,30
ı8 Gläser. . LI2
z2 Wasserbouteillen 48
Milch . 2.2... 1,30
Für Aufwärter Mayer b-—
ı2 Citronen + 2,45»
I Flasche Arrac , 2,45 »
;5 8 Candis . . I— m
28 Melis . . . 2,48 u
‘2 ® Thee . . - L51
Monatlich wurden gewöhnlich ı2 irdene Pfeifen gekauft zu ı
bis 2 Kreuzern; für Zeitungen finden wir zuerst etwa 7 Fl. monatliche
 Ausgabe. Auch Bier wird im Fass beschafft, einmal Coblenzer
Bier. Die Haupteinnahme besteht in Billard- und Spielgeld, dafür
wie für die Erfrischungen kauft man Marken. Meistens wird Thee
getrunken. 1788 erwirbt die Gesellschaft das Billard für 291,30 Fl.;
            
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