gerötetem, strahlendem Antlitz stand sie da und verwundert,
staunend blickten, die schmucken lustigen Reiterinnen auf die
eigentümliche Gestalt des fremden Mädchens, das so plötz—
lich hier in dem stillen Thal ihrem Jagdzug entgegenge—
treten.
Doch die Reiterinnen nicht allein hatten das Mädchen
bemerkt, sie ritten vorüber, und nun war ein bunter, rot—
golden bemalter Jagdwagen, von sechs kohlschwarzen Rappen
gezogen, dahergekommen, in dem ein einzelner Herr saß,
während ein Jäger und zwei Mohren kerzengerade auf dem
hinteren Trittbrette standen, und nur ein einzel—
ner Reiter ihm zur Seite ritt.
Beide, der Herr im Wagen und der Reiter, Herzog
Karl der Zweite von Zweibrücken und sein Jorstmeister und
Vertrauter Reinbold Destner, hatten das fremde braune
Mädchen gesehen, und einen ganz gewaltigen,
wenn auch verschiedenartigen Eindruck mußte die unerwartete
und seltene Erscheinung auf sie gemacht haben.
Der Herzog war ein Mann von vierzig und einigen
Jahren, doch sah er bedeutend älter aus. Seine Haltung
war gebückt, doch konnte er, wenn er wollte, das Haupt moch
stolz erheben und tragen und besonders herrisch, finster und
drohend blicken. Sein Auge hatte überhaupt, fand er sich
allein, etwas Tüsteres und war meistens zu Boden gerichtet,
wie dann auch der Mund, fest zusammengepreßt, einen
Ausdruck von Verachtung und Härte zeigte, hinter welchem
fich wohl Ueberfättigung, Unzufriedenheit und Langeweile
verbargen. Zusammengekauert hatte er in seinem bequemen
Jagdwagen gesessen, jetzt, nachdem er Elsa erblickte, richtete
die ganze Gestalt sich rasch empor, der Kopf fuhr zurück und
das dunkle, finstere Auge haftete sich mit einer Ueberraschung
auf das schöne braune Maͤdchen, die bald eine unverkennbar
freudige wurde, während zugleich die schmalen Lippen sich
zu einem fanatischen Lächeln verzogen.
Der Reiter, eine große Gestalt mit auffallend gebräun⸗
tem Gesicht und schwarzen stechenden Augen, hakte beim
Erschauen Elsa's einen förmlichen Ruck auf feinem Pferde
gemacht, dann das Mädchen sast erschrocken, mit offenem
Munde und starrem Blick angeschaut. Doch ein Anhalten
war nicht möglich, die Rappen trabten weiter und Destner
mußte seinem Herrn folgen. Elsa hatte wohl mit gespann—
tester Neugier auf die Hauptperson des ganzen glaͤnzenden
Zuges geschaut, doch hatten diese die Erregte nicht fesseln
können, ebensowenig wie der braune häßliche Reiter, der