Bewunderung, die eine unsagbare, niegekannte Lust in ihr
nachriefen, fast den Atem zu rauben drohten. Es war wohl
die eigentliche Leibgarde des Herzogs, der den eigentümlichen
doch wunderschönen Reitern — oder waren es Reiterinnen?
— in einem großen, buntgoldenen Jagdwagen folgte. Es
mochten ihrer etwa sechszig bis achtzig sein, alle gleich ge—
kleidet und auf milchweißen Pferden mit rotem Sattelzeug
lustig dahertrabend. Grüne, vorne offene Röckchen, reich mit
Gold benäht, umschlossen die Oberkörper, die nach ihrer
Fülle, der Schlankheit der Taillen, wohl nur Mädchen an—
gehören konnten. Von den Schultern flatterten über—
lange offene Aermel nieder, von derselben Farbe wie die
Röckchen, während die Arme selbst mit engen weißen Aermeln
bekleidet waren. Die enganliegenden weißen Beinkleider
ließen Formen von schönster Rundung sehen, und die
kleinen Füßchen stacken in roten Stiefelchen, die mit
glänzenden Sporen versehen waren. Auf dem hochtonpierten
gepuderten Haar saß kokett zur Seite ein winziges, drei—
eckiges Hütchen, und die weißledernen Stülphandschuhe an
den kleinen Händchen, die gar gewandt und lustig die zierliche
Reitpeitsche regierten, vollendeten den originellen, vagen—
artigen Anzug.
Das war ein Kichern und Flüstern, von einzelnen Aus—
rufungen, Anfeuerungen unterbrochen! Das klang so lustig,
so verführerisch, und gar nicht als ob die Reiter Männer
gewesen.“
Und es waren in der That auch nur — Mädchen! ihre
runden, frischroten wohlgeschminkten Gesichter, welche Elsa
jetzt unterscheiden konnte, ließen keinen Zweifel mehr zu.
Hei! wie mutwillig keck und — frei blickten die Augen der
hübschen, koketten Reiterinnen, die so leicht und graziös
auf ihren weißen Rennern saßen, als sei das Reiten ihr
eigentliches Element und ihre größte Freude! Wie bewun—
derte — beneidete die Lauscherin hinter der Buche die Schö—
nen, Glücklichen! wie gerne — für ihr Leben gern hätte
sie so schön gekleidet auf einem so prächtigen Pferde geses—
sen, um mitzureiten, hinaus auf die Jagd, dann wieder
zurück nach dem Schlosse und ganz gewiß immer neuen,
schönen — nicht einmal geahnten Veranüaun—
gen entgegen!
Die Augen des braunen Mädchens glühten in einem
unbezähmbaren Feuer, ihrer ganzen jnugendlichen Gestalt
hatte sich die Empfindung mitgeteilt, welche ihr Sein durch—
strömte, und unwillkürlich war sie hinter dem schützenden
Stamme der Buche hervorgetreten. Hoch aufgerichtet, mit