mit ihren Jungen den Bauern als Einquartierung in
die Häuser gelegt. Die besten Stuben mußten den Bestien
eingeräumt, das Futter ihnen in dem eigenen Eßgeschirr
gereicht werden. Tie Hundejungen — und selbst die Hunde
ichliefen in den Betten, und der Bauer mitsamt seiner Fa—
milie mußte in den Ställen die Nächte zubringen. Die am
lautesten gemurrt hatten, wurden am härtesten bestraft.
Einem Bauer, der für den wohlhabendsten gilt, wurden fünf—
zig Hunde in das Haus gelegt, sie haben alle seine Vorräte
bis auf das letzte Korn aufgefressen, dabei seine Betten,
einen Hausrat total zerrissen und verdorben.“
„Es ist himmelschreiend! Und keine Hilfe, keine!“ schrie
empört und jammernd der alte Mann.
„Oh! die Strafe kann nicht ausbleiben,“ erwiderte mit
düsterem, unheimlichem Blick der Sohn. Dann fuhr er mit
steigender Erregung fort:
„Die Bauern sind ruiniert an Hab und Gut, wie an
ihrer Ehre, die Plackereien sind nicht mehr zu ertragen!
Die Steuern, für welche die Herren Geheimräte von Esebeck
und Cetto stets neue Namen und Gründe ersinnen
und vorgeben, nehmen dem Bauer Alles, was er nur im
Schweiße seines Angesichtes zusammenraffen kann! Und es
ist nicht viel, beim barmherzigen Gott! denn das Wild
frißt ihm die Ernte, bevor sie gereift, und er darf sich dieser
priveligierten Plage nicht erwehren, will er nicht die eigene
arme Haut gefährden! Und wie in meinem Revier, so ist
es überall, denn das ganze Zweibrücker Land ist ja durch die
weise Fürsorge des gestrengen Herrn Forstmeisters Deftner
in einen einzigen großen Wildpark umgewandelt worden.
Mit hohen Planken ließ er es umsäumen, damit ja kein
Bock oder eine Sanu über die Grenze wechsle. Was in diesem
verfluchten Zauberkreise lebt und sich bewegt, Tier und
Mensch, es gehört dem allergnädigsten Herrn Herzog und
muß seinem Willen — und denen seiner Höflinge
dienen.“
„Henry! Henry! Du malst mit zu schwarzen Farben!
Denn wäre es so, ein rechtlicher Mensch könnte es nicht mit
ansehen, nimmer ertragen!“
„Und ich ertrage es auch nicht länger, will deshalb meine
Stelle dem Herzog zu Füßen legen und gehen. Wohin? ich
weiß es noch nicht, aber fort will ich und muß ich.“
„Und ich, ein armer halbblinder Mann, muß mit den
beiden Mädchen in diesem Getriebe zurückbleiben! Wie soll
ich die Armen, Unerfahrenen vor der Berührung mit der
Sünde bewahren, wenn Du mir fehlst?“