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„Und habt Ihr die beiden Offiziere seit jener Zeit
wiedergesehen?“
„Nein, Väterchen! — das heißt, heute sahen wir sie
wieder. Wir saßen in der Stube, ich arbeitete, da zog mich
Elsa in eine dunkle Ecke und deutete auf das Fenster. Da
stand der Chevauxleger-Offizier und schaute in das Zimmer,
wohl ohne uns sehen zu können. Doch wir sahen Alles.
was draußen vorging, bis — —“
„Weiter, mein Kind!“
„Henry kam dazu, Beide gerieten in Streit. Dann
erst erschien der Husar und trennte sie. Herr von Scharfen—
eck beruhigte sie, doch Henry wurde immer zorniger, end—
lich sprach er ein böses Wort und nun zog auch Herr von
Altheim seinen Säbel, und beide Offiziere wollten auf
Henry los. Da hielt ich mich in meiner Todesangst nicht
länger, stürzte hinaus und schützte den Bruder. Kaum hatte
Herr von Altheim gehört, daß Henry mein Bruder sei, als
er ihm die Hand bot. Sie versöhnten sich, da kamst Tu,
und nun weißt Du Alles.“
„Also war es der Offizier der Chevauxleger, Herr von
Scharfeneck, mit dem Henry so angelegentlich sprach, daß er
mich, als ich kam, kaum bemerkte?““
„Ja, Vater.“
„Gut, mein Kind! Doch wo ist Elsa?“
„Traußen, bei Henry.“
„Gehe und sende mir Deinen Bruder, ich habe mit ihm
reden.“
Louise wollte sich erheben, doch der Vater hielt sie noch
einen Augenblick zurück. Sie innig an sich pressend, näherte
er das Antlitz dicht dem ihrigen und, mit seinen matten
Augen in die hellen blauen Sterne seines Kindes schauend,
die Hand des Mädchens fast zitternd vressend, flüsterte er
ihr zu:
Wich trifft keine Schuld, mein liebes Kind! Doch warst
Du auf dem Wege der zu einer solchen und zur Sünde
führen konnte. Laß mich über Dich wachen, doch dazu be—
darf es Deines vollsten Vertrauens. Willst Du dies Deinem
Vater gewähren?“
Louise schaute anfänglich überrascht und erstaunt über
diese ernsten Worte auf den Vater, dann schlang sie plötzlich
die Arme um seinen Hals, küßte ihn und rief:
„Mein Herz und meine Liebe sind Dein, mein Väter—
chen, und nie soll ein Gedanke in mir aufleben, an dem
Du nicht Teil haben wirst!“