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„Gewiß, Vater! Auch hast Du ihn ja gesehen und nun
macht es mir Freude, mit Tir über ihn reden zu können.“
„Ich weiß es, Louise, Du bist meine gute, liebe Tochter,“
sprach der Förster mit tiefer Innigkeit, einen neuen Kuß
auf die Stirne seines Kindes drückend, „und Du wirst es
auch bleiben. Teshalb darfst Tu keine Geheimnisse vor
Teinem Vater haben.“
„Elfa meinte das Gegenteil. Es wäre gar schön, sagte
sie, wenn wir recht, recht viele Geheimnisse hätten, von
denen nur wir Beide wüßten, von denen wir nur reden,
könnten. Toch ich habe ihren Worten nicht recht geglaubt
und finde jetzt erst ein Vergnügen an diesem kleinen Ge—
heimnis, da ich es Dir, mein herzliebes, autes Väterchen.
mitteilen darf.“
Der Förster saß da mit niedergebeugtem Haupt, seine
Züge waren ernst geworden und es schien, als ob Thränen
in seine Augen getreten. Tief atmete er auf und es war
fast, als ob eine unerwartete Sorge ihn plötzlich überkommen
und darniedergedrückt. Er dachte nicht jetzt zum ersten Male
daran, daß sein Liebling kein Kind mehr sei, sondern ein
junges Mädchen geworden, dessen Herz über kurz oder lang
sprechen würde — oder vielleicht schon unbewußt gesprochen
hatte; er erhielt ferner durch die unschuldige Mitteilung dir
Gewißheit, daß die Gefährtin seiner Tochter, die künftige
Gattin seines Sohnes, verbotenen Verlockungen ihr Ohr
geöffnet und sich gerne ihnen hingegeben; daß, wenn der
Zufall ihm, dem Vater nicht günstig gewesen, auch sein liebes
Kind ungewarnt solchen Versuchungen hätte erliegen
können. Wie ein Armer, der jede Gabe, auch die kleinste,
dankend entgegennimmt, sagte er still vor sich hin:
„Erzähle! — Daß Du mir die Wahrheit sagen wirst,
weiß ich!“
Louise, die keine Ahnung von den trüben, schweren Ge—
danken des Vaters hatte, sich nur in ihrer unschuldigen
Freude überließ, plauderte munter fort:
„Ich kann Dir leider nur sehr wenig erzählen, Väter—
chen! Etwa acht Tage sind es her, da beredete mich Elsa—
mit ihr auf die nahe Bergkuppe zu steigen, von wo aus
man die herzoglichen Schlösser und Kasernen übersehen
kann. Es war ein hübscher Anblick, doch noch schöner der.—
—D
Soldaten in wunderschönen Kleidern, zu Pferd und zu Fuß,
die Einen trugen grüne Röcke mit weißen Westen, gold-—
blinkende Helme mit bunten Federbüschen auf dem Kopfe, die
Anderen hatten rote Jacken an, mit allerliebsten Gold—