Full text : Der Karlsberg

Noch immer betrachtete Henry sinnend die goldene
Münze; es war dieselbe, welche er vor Jahren als Knabe
dort oben auf der Höhe gefunden, die dem furchtbar schönen
Weibe gehört hatte, das ihm dann als Fee in seinem herr—
lichen Traume, der so entsetzlich geendet, erschienen war. Er
hatte das Schmuckstück lange heimlich bewahrt, es dann dem
Mädchen geschenkt, das er an jenem Tage weinend und hilf—
los in dem Gebüsch gefunden, das eine so wunderbare Aehn—
lichkeit mit der freinden schönen Frau und der holden,
unglücklichen Fee seines Traumes gehabt. Dies ganze
märchenhafte Abenteuer seiner Knabenzeit zog jetzt wieder
an dem Geiste des gereiften Mannes vorüber und noch
lange wäre er in feinein Sinnen versunken geblieben,
wenn nicht eine zarlte, hell und lieblich klingende Mädchen—
stimme seinen Namen gerufen und ihn dadurch geweckt hätte.
Henry blickte auf. Unter der Thüre des Hauses stand
eine Schwester Louise, die ihn mahnte, zum Vater zu kom—
men, der nach ihm verlangte.
Der Jäger erhob sich. — Elsa hatte ihm den kleinen
goldenen Schmuck aus der Hand gerissen und war bereits
äuf die Schwester zugesprungen, und während beide Mäd—
chen Arm in Arm in die grüne Lichtung hinaustraten, schritt
Henry auf das Haus zu, in dessen halbdunklem Eingang er
verschwand.
            
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