Full text : Der Karlsberg

ich den Waidmann kennen gelernt, den irgend ein tückischer
höllischer Geist mir gesetzt, und den ich mir hoffentlich mor—
gen schon, und gründlich, aus dem Wege räumen werde.,
Komm'!“
Damit schritten die beiden Offiziere davon, der Che—
vauxleger immerfort lustig plaudernd, der Hufar sinnend,
ja recht ernst, doch durchaus nicht unzufrieden vor sich nie—
derblickend.
Henry schaute ihnen eine Weile nach, bis Beide in dem
grünen Dickicht des Waldes verschwunden waren, dann
wollte auch er in das Haus treten, den Vater zu begrüßen,
was durch die Zwiegespräche der Offiziere bisher verhindert
worden war. DToch kaum hatte er einige Schritte auf die
Thüre zu gemacht, als das braune Mädchen in wilder Eile
heraus und auf ihn zustürmte.
„Was hast Duit mit dem Herrn in dem schönen grün—
weißen Rocke vor, Henry?“ rief sie erregt, dabei den Jäger
voll und durchdringend anschauend. „Du willst Dich mit
ihm schlagen — ihn töten! — O, ich habe Alles erraten.
Wenn ich auch zu ferne war, um Eure Worte zu verstehen.
Eure Mienen sprachen zu deutlich! — Doch jetzt sollst Du
reden, ich will Alles wissen!“
Henry schaute der Aufgeregten eine Weile ruhig in das
schöne, gerötete Gesicht, über seine Züge flog es wie ein
ichmerzlicher Kummer, dann sagte er ruhig:
„Wenn Du den Inhalt unseres Gesprächs erraten hast,
so brauche ich Dir nichts weiter zu sagen, Elsa.“
„Ah! also ist es so! Doch ich will nicht, daß dem Offi—
zier ein Leids geschieht, Du darfst Dich nicht mit ihm
schlagen, ich verbiete es Dir!“
„Höre mich ruhig an, Elsa,“ beschwichtigte Henry das
Mätchen, welches die letzten Worte wie ein verzogenes
kleines Kind, halb zornig, halb weinerlich gesprochen. Dann
zog er sie sanft an sich, legte den Arm um die schlanke
Taille, was ohne das geringste Widerstreben geduldet wurde
und, indem er tief in die großen Augen blickte, fuhr er
langsam und eindringlich fort:
„Es muß aber sein, Elsa! Einer von uns darf den
Weg nach dem Louisenhof — zu Dir! — nicht mehr gehen,
wen dies Los treffen soll, kann nur der Degen bestimmen“
„Und warum soll denn der junge Herr nicht mehr hier—
her zu mir kommen?“ fragte das braune Mädchen mit einer
naiven Keckheit.
            
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