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Thun des Offiziers in ihr wachgerufen — war doch nun
jede Gefahr für ihren Bruder beseitigt — ergriff sie leuch—
tenden Auges die Henry gebotene Hand, drückte sie innig
und fsagte:
„Ich danke Ihnen, Herr oon Altheim, für das, was Sie
da gethan! Gott wird es Ihnen lohnen!“
„Louise!“ rief der Jäger über das Thun des Mädchens
erstaunt und unwillig, im selben Augenblick, als der junge
Husaren-Offizier einen lauten Freundenschrei ausstieß. Dann
führte Letzterer die Hand, welche das blonde Mädchen ihm
nun verwirrt zu entziehen suchte, an seine Lippen, drückte
einen glühenden Kuß darauf und trat nun einen Schritt
von dem Paare zurück. Sich ehrerbietig verbeugend, doch
einen begeisterten Blick auf das in seiner unschuldigen Ver—
wirrung überaus liebliche Gesichtchen richtend, sprach er
nun leise, mit einem Ton, den ein tiefes Gefühl durch—
zitterte:
„Ihnen, Mademoiselle — Louise! — muß der Dank
eines Mannes gelten, den Sie von einer unbesonne—
nen That zurückgehalten. Den Blick, den Sie mir geschenkt,
werde ich in meiner Seele wahren, er soll ein Stern mir
sein auf dem Wege, den ich von nun an gehen werde. Ihnen
aber“, fuhr er fort, sich nun zu dem Jäger wendend, „biete
ich nochmals meine Hand, doch jetzt auch im Verein mit
meiner Freundschaft für's Leben.“
Bevor Henry antwortete, streifte sein Blick das Antlitz
seiner Schwester, die ihn mit einer so reinen, seligen Freudẽ.
zugleich so bittend ins Auge schaute, daß der Jäger nun
seinerseits die dargereichte Hand des Offiziers ergriff, sie
kräftig drückte und lächelnd erwiderte:
„Sie bieten mir viel auf einmal an, Herr von Alt—
heim, wohl zu viel, um es ehrlich halten zu koͤnnen. Lassen
Sie mich deshalb vorerst nur die dargebotene Hand ergreifen
— ob ich Ihre Freundschaft annehmen kann und darf, mag
die Folge lehren.“
„Der Vater!“ rief plötzlich Louise und sprang auf den
nahen Waldsaum zu, der das Jagdhaus und den Platz vor
demselben, worauf die geschilderte Szene stattgefunden, in
der Runde umgab. Dort war ein älterer Mann in grünem
Jägerrock, einen Stock in der Hand, zum Vorschein ge⸗—
kommen, der langsam und vorsichtig seinen Weg nach dem
Hause suchte.
Es war der frühere Förster Tamian Dümmler, den die
zunehmende Schwäche der Augen gezwungen, von dem
Posten zurückzutreten, auf dem Herzog Karl, nach seinem