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ein paar lange, weißgepuderte Flechten, welche unter der
hohen Hnsarenmütze hervortraten, den Wangen entlang
bis auf die goldverschnürte Brust niederfielen und in einem
seltsamen Gegensatz standen zu dem kleinen sorgfältig ge—
drehten Schnurrbärtchen, das die frischen Lippen zierte.
Der Jäger hatte sich nicht gerührt, noch immer stand er da—
den rechten Fuß vorgestreckt, die Hand an seinem Jagdmesser,
als ob er bereit sei, seinen Feind und Angreifer nach Ge—
bühr zu empfangen. Wenn wohl auch von gleichem Alter
wie die beiden eleganten Offiziere, so überragte der Jäger
sie doch um eine halbe Kopflänge, wie auch seine breitschul—
terige Gestalt eine Kraft kündete, die, im Verein mit seinem
Mut der nicht zu verkennenden Kaltblütigkeit, wohl im
Stande sein mußte, ein Kampf mit seinen beiden Gegnern
ersolgreich durchzuführen. Mit einem Ton, dem eine ge—
wisse imponierende Hoheit nicht fehlte, redete der Husar
den Jäger an:
„Ihr seht, daß mir das Recht heilig ist, denn meinen
Kameraden mußte ich ob seiner unziemenden Worte tadeln.
doch auch Ihr seid nicht schuldlos. Der Wald ist frei für
Jedermann, warum tratet Ihr meinem Freund in den
Weg?“
Der Jäger lächelte ironisch, dann sagte er, indem er den
Griff seiner Waffe fahren ließ und eine leichtere Haltung
annahm:
„Die Wege, welche Herr von Scharfeneck zu wandeln
gedachte, waren verboten, ich zeigte ihm nur den richtigen:
die Thür führt in's Haus.“
„DTas war eine Anmaßung, die mein Freund zurück—
weisen durfte, da er solche Dienste nicht von Euch verlangte.“
„Ich bin aber gesonnen, sie einem Jeden, wer er auch
sei, zu leisten, selbst gegen seinen Willen, und wenn es sein
muß — mit Gewalt!“
„Ihr sucht Streit?“
„Wenn ich dadurch dem Hause für die Folge ungebetene
Gäste fern halten kann, sollt Ihr Euch nicht geirrt haben.“
„Du siehst, Hans, daß mit dem Burschen nichts zu ver—
handeln ist, die Klinge muß sprechen!“ rief jetzt der Che—
vauxleger, welcher noch immer den blanken Säbel in der
Rechten hielt.
Der Husar wehrte seinen Kamerad mit der Hand ab
und ohne den Blick von dem Jäger zu wenden, sprach er
jetzt mit erhöhter Stimme und aufloderndem Zorn:
„Ihr sollt Euren Willen haben, doch bevor sagt mir,
mit welchem Recht Ihr Euch hier uns entgegenstellt?“