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das böse Ende seines märchenhaften Traumes von sich ab—
zuwerfen .Kaum wollte es dem armen Knaben gelingen.
eine Zeit lang mußte er an der Erde kauern und mit aller
Kraft nach Fassung und Ruhe ringen. Thränen füllten seine
Augen, die er endlich, unwillig über seine Schwäche, mit
Trotz und Gewalt zu hemmen suchte.
Die kräftige Natur, die frische Jugendlust des Knaben
fiegte und er sprang vom Boden empor. Die fremde Münze
hob er wieder auf, betrachtete sie noch einmal und barg sie
dann sorgfältig in der Tasche seiner Jacke. Nun schaute ex
sich auch wieder nach der Jagd um, die er vollständig vergesf—
sen hatte. Nichts war mehr zu sehen noch zu hören. Er
mußte lange geschlafen haben, denn der Abend war da und
die Jagd wohl längst vorüber. Sie kümmerte ihn im Grunde
auch nicht mehr und raschen Schrittes trat er den Heimwen
nach der nicht allzufernen Wohnung der Eltern an, die
wohl in Sorge um ihn sein mußten, da er sich seit dem
Morgen nicht mehr gezeigt.
Schon hatte er das Waldrevier erreicht, in welchem der
Louisenhof, die Försterwohnung lag, noch wenige Schritte
und er befand sich auf der kleinen grünen Lichtung vor dem
Hause, als er plötzlich seine Schritte hemmte und erschreckt
horchte. War es dem Knaben doch, als ob er in dem nahen
Gebüsche das Weinen eines Kindes vernommen, und schon
im folgenden Augenblick eilte er auf die Stelle zu. Jetzt ent—
fuhr ein lauter Aufschrei seinem Munde, und sprachlos, un—
beweglich starrte er auf das, was sich seinen Blicken bot.
Am Boden, vor einem grünen Strauche, kauerte ein wei—
nendes Kind von etwa drei Jahren, kaum mit einigen Lum—
pen bedeckt. Das Gesichtchen hatte es dem Knaben zugekehrt,
der im ersten Augenblick in der That nicht mehr wußte,
ob er wache oder noch träume, ob Wirklichkeit ihn umgebe.—
oder ob dies Alles nur eine Fortsetzung des düsterschönen.
traurigen Märchens sei, das er schlafend mit durchgelebt
und empfunden. Denn das braune Gesichtchen mit den gro—
ßen tiefdunklen Augen, den langen glänzend-schwarzen Haa—
ren, die es umrahmten, es war das verjüngte Ebeubild
der fremden schönen Frau, die er in Wirklichkeit gesehen,
des jungen Mädchens, mit dem er im Traume gefspielt,
das er Schwester genannt und so innig geliebt, das er ver—
loren und nur todt wiedergefunden.
Bleich, am ganzen Körper zitternd, starrte Henry das
fremde Kind an, und die Bewegung, die sich des so unge—
wöhnlich aufgeregten Knaben bemächtigt, hätte ihn wohl
überwältigt und darniedergeworfen, wenn ihm nicht noch
zur rechten Zeit wirksame Hilfe geworden.