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für ihn, wie für einen Toten, der im wilden Kampfe die
Ruhe gefunden, welche das Leben ihm nicht hatte gewähren
vollen.
Während der furchtbare Revolutionskrieg das Herzog—
tum Zweibrücken und die Pfalz mit allen erdenklichen
Gräueln heimsuchte, fristete Herzog Karl in dem großen
zden Mannheimer Schlosse sein Leben. Es war ein Leben
berzehrender Qual, wie seine unversöhnliche Feindin es vor—
hergesehen. Von Gewissensbissen gefoltert, von ohnmächti—
gem Grimm gegen sein Schicksal und die Menschen erfüllt,
zurchirrte er Tag und Nacht die weiten, unbewohnten, teil—
veise halb verfallenen Räume. Oft weilte er an den Fen—
tern, die einen Blick nach den Bergen der Pfalz gewähr—
ten, und schaute in der Richtung hinaus, wo sein Zauber—
palast gelegen. Von der Zerstörung seiner einst so herrlichen
Residenz, die er für eine Ewigkeit zu bauen gewähnt, hatte
er durch treugebliebene Beamte genauesten Bericht erhal—
ten und nun sah er Nacht für Nacht, wie die Flammen einen
Prachtbau nach dem andern fraßen, wie sie himmelhoch
loderten, und dann erlöschend nichts als Schutt und Trüm—
ner zu hinterlassen. Und diese geschwärzten Ruinen beleb—
en sich für den Brütenden mit Gestalten, die Entsetzen in
seiner Seele verbreiteten, sein Haar sträuben machten, und
wie ein Wahnsinniger durchlief er seine Gemächer, nach
Ruhe ringend, die er nimmer finden konnte.
Doch auch die Stunde des unglücklichen, für seine Ver—
zehen hartgestraften Fürsten kam. Keine zwei Jahre ertrug
er die Qualen eines solchen fluchbeladenen Daseins; am
l. April 1795 endete ein Schlagfluß sein Leben. In der
Karmeliter-Kirche zu Heidelberg fand die Leiche des schlim—
nen Karl's ihre letzte Ruhestätte.
Sein Bruder Max folgte dem Geschiedenen in der Re—
gierung eines Landes, das nicht mehr sein eigen war. Auch
au ihm ging in Erfüllung, was die Zigeunerin Jana einst
an jenem Herbst- und Jagdtage des Jahres 1775 prophe—
zeit. Er gewann einen Thron, reicher und bedeutsamer, als
der seines schwedischen Ahnherrn. 1799 folgte er Carl Theo—
dor als Churfürst von Bayern, dessen König er 1805 wurde,
und heute ziert sein ehernes Standbild die Residenz des
Landes, während das Volk, sein Andenken segnend und
ehrend, ihn Max den Guten nennt.
En de! —