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furchtbarer Reiterkampf beginnt, der hier zu einem wirren
gesuebes dort sich zu tc beendigten Einzelgefechten ge—
staltet.
Da reißt gin französischer Dragoner-Kapitän plötzlich
mit einem lauten Aufschrei sein Pferd zurück, daß es sich
hoch aufbäumt. Die Hand mit dem Säbel sinkt, und starr
schaut er einem der preußischen Dragoner-Offiziere in das
Gesicht, den der Zufall ihm in dem Gewirre des Kampfes
entgegenführt.
„Scharfeneck! — Endlich!“ knirschte der Franzose, dann
ruft er dem Offizier, der bei Nennung des Namens jäh
zusammengefahren war, in deutscher Sprache und in einer
Aufregung, die etwas Unnatürliches hatte, zu:
„Du kennst mich wohl nicht mehr? — Hei! den Säbel
geschwungen! — Schon einmal stand ich Dir gegenüber —
ich bin der Förster Dümmler vom Louisenhof, dem Du sein
Alles stehlen wolltest — und auch gestohlen hast, um es
dann, einem feigen Buben gleich, seinem Henker zu über—
lassen! — Heran, verteidige Dich, Elender! Deine Stunde
ist gekommen — und auch die meinige — ich weiß es!“
Der Offizier erbleichte. Eine fahle Totenblässe bedeckte
sein Gesicht, doch vermochte er nichts zu erwidern, denn
schon drang der Kapitän mit einer Wut auf ihn ein, daß
ihm kaum Zeit blieb, sich gegen den ersten stürmischen An—
griff zu decken.
Der Kampf war ein kurzer. Der preußische Dragoner
machte einige verzweifelte Versuche, seinen Gegner von sich
abzuwehren, da fuhr plötzlich der Säbel Tümmler's mit
solcher Gewalt über das Gesicht des Preußen, daß er dies
örmlich in zwei Teile schnitt und dann noch tief in den
Hals drang. Ein roter Blutstrom ergoß sich über die Uni—
sorm und lautlos, tot sank Scharfeneck, denn er war es,
von seinem Pferde auf den blutgetränkten Boden.
Einen keuchenden Aufschrei stieß Henry aus, als ob er
oon einer entsetzlichen Last befreit worden sei, dann riß er
mit wilder Gewalt sein Pferd herum und stürmte in den
dichtesten Knäuel der Kämpfenden. Wie ein Wahnsinniger
hieb er um sich und drang immer weiter in die Haufen der
Feinde ein, den Wunden nicht achtend, aus denen sein Kör—
per bereits an mehreren Stellen blutete. Von allen Seiten
drangen jetzt die preußischen Dragoner auf den Tollkühnen
ein. Noch einige Male hob sich der Arm mit dem blut—
triefenden Säbel, dann keuchte der Mund: „Gerächt —
entsühnt! — ich komme! —“ und von Wunden durchbohrt
fiel Henry tot uunter die Hufe der Pferde, die mit ihren