—
die Anderen übrig gelassen. Dazwischen ertönte das Geheul
der Jubel der barbarischen Rotte der Mordbrenner, der
Plünderer, das Wehklagen der armen Bewohner des Karls—
zerges.
Alles, was sich in den Sälen und Zimmern vorfand
und nicht mitgenommen werden konnte, die kostbaren Kron—
euchter, Spiegel, die reichsten und seltensten Möbels, die
Sammlungen des Herzogs, wurden zerschlagen, zerstört,
hevor es die Flammen verschlangen.
Es war ein gräßlicher, heller Hexensabath, der selbst
die feindlichen Anführer mit Grausen erfüllte. Den ganzen
Tag dauerte die Plünderung und der furchtbare Brand,
welcher die Gegend weitum in entsetzlicher Weise beleuchtete.
Nachdem die Arbeit hier gethan, kam die Karlslust an
die Reihe, und ihre Wunder und Herrlichkeiten verschwanden
ebenfalls von dem Erdboden.
Als die Franzosen nichts mehr zu zerstören fanden,
zogen sie ab, die Vollendung ihres Werkes den Zweibrücker
Bauern überlassend, welche dies auch so vortrefflich fertig
brachten, daß nach wenigen Tagen nur wüste Stein- und
Schutthaufen auf dem Berge lagen, aus denen selbst die
Eisenteile verschwunden, geraubt und davongeführt worden
varen.
Schutt und Asche, das war das Ende des Karlsberges,
der stolzen, märchenhaften Schöpfung des letzten Herzogs
von Pfalz-⸗Zweibrücken.
Unter wechselndem Glück kämpften die republikanischen
Heeresabteilungen in dem Zweibrücker Lande und in der
Pfalz. Kaum drei Wochen nach den früher angedeuteten
Ereignissen auf dem Karlsberge, am 14. September, stoßen
die beiden feindlichen Heere in großer Stärke bei dem
Berge Horeb und dem Städtchen Pirmasens aufeinander.
Herzog Ferdinand von Braunschweig und die französischen
Benerale Moreaux und Beauharnais stehen sich gegenüber,
und eine der blutigsten Schlachten des ganzen Revolutions—
krieges wird geschlagen, die für die Preußen zu einem gro—
ßen Siege sich gestaltete, dem General Beauharnais äber
den Kopsf auf der Guillotine kosten sollte.
Stundenlang schon kämpften die beiden Heere in wildester
Erbitterung, da erstürmen die französischen Dragoner die
Husterhöhe und warfen die preußische Infanterie bis an die
Mauern von Pirmasens zurück. Die Feinde sehen sich bereits
als Sieger. Da werfsen die Braunschweiger Husaren, Dra—
goner sich mit wildem Ungestüm auf den Feind und ein