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Mord und Verwüstungen bezeichnen seinen Weg, den seine
wilden, meistens undisziplinierten Horden nahmen.
Um den Karlsberg war es geschehen, denn die Preußen
mußten sich zurückziehen, und die Residenz, einmal besetzt,
wurde „Nationaleigentum“ und sollte, nach dem Willen des
sonvents, als ein die Menschenrechte höhnendes Denkmal
fluchwürdiger Tyrannei von der Erde vertilgt — doch vor—
her von den braven Sanscülotten gründlich geplündert
verden.
In der Nacht, welche diesem Tage der Zerstörung
voranging, während die preußischen Kompagnien in aller
AD
auch in dem Parke der Karlslust ein eigentümliches, ge—
heimnisvolles Leben. Jana, die Soberana der Zigeuner,
hatte die Glieder ihres Stammes ohne Unterschied des Alters
und Geschlechtes auf den Platz vor ihrem Zelte versammelt.
In ihrer bunten, phantastischen Tracht, mit den Abzeichen
ihrer Würde geschmückt, war sie unter die Ihrigen getre—
ten, welche lautlos und ehrfurchtsvoll der Worte harrten,
die ihre Führerin zu ihnen reden würde.
Jana's Auge war eingefallen und glühte unheimlich,
fieberhaft, und ihr braunes Antlitz erschien in einer grau—
fahlen Farbe, die man wohl die Blässe des Todes hätte
nennen können. In der Hand hielt sie einen klei—
nen Stab mit seltsamen Emblemen und Zierraten von Gold
und Elfenbein, und ihr zur Seite stand der alte, riesige
Zigeuner Gallando, welcher mit ernstem, fast finsterem
Blick auf die Frau schaute, der er durch sein ganzes Le—
ben lang, unter allen Verhältnissen, eine so seltene Treue
bewahrt hatte.
„Täie Stunde des Abschiedes ist gekommen,“ sprach
Jana langsam und ernst, indem sie den Stab Gallando
reichte. „Mein Reich ist zu Ende und den heiligen Estado,
den Stab, der Euch leitete, gebe ich in die Hände des
Treuen, auf dessen Wort und Wink, und wäret Ihr auch
noch so fern, Ihr fortan hören werdet. Eine Heimat wollte
ich meinem armen Volke gewinnen — kein Opfer, keine
That war mir zu schwer, zu entsetzlich dazu. Der Versuch
ist mißlungen, der Zigeuner wurzelt in keinem Boden.
Die vielen Jahre, welche wir hier gehaust, haben mir dies
gezeigt. Wandern müssen wir! Wandern, das ist der Fluch,
der aͤuf uns lastet, wie auf jenem Juden, der den Naza—
rener vor der Kreuzigung gelästert; wandern — wandern,
bis wir im Tode die Ruhe, im Jenseits die Heimat finden.
Und diese Heimat wird Jedem von uns werden. — Heute