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als bisher. Die Parterreräume stehen in vollen Flam—
men, ein entsetzliches Schauspiel, das eine passende Er—
gänzung durch das Geheul der Menge draußen im Schloß—
hofe erhält.
Doch der Gehetzte muß weiter; einen Teil der Apparte—
ments muß er durcheilen, um nach der Verbindungstreppe
der Eremitage zu gelangen. Der schmale Gang ist leer, doch
vor der Thuͤr, welche ihn in die bekannten Kammern, in
die Nähe der prächtigen Räume führt, wo jene Unglück—
liche geweilt, die er einem entsetzlichen Tode zugeführt —
die sein eigenes Kind gewesen! — da zaudert sein Fuß,
seine letzte Kraft scheint zu schwinden und die Angst des
Todes ihm das Herz abzudrücken, den Atem zu rauben.
„Vorwärts — in Satans Namen!“ keuchte er endlich
mit wildem, irrem Blicke.
Täie Thür reißt er auf und eilt weiter. Schon hat
er das Zimmer erreicht, welches auf den Korridor und hinab
in den verdeckten Gang führt, da hemmt er abermals jäh
seinen Schritt. Sein Haar sträubt sich vor Entsetzen em—
por, die glühenden Augen weit aufgerissen, horcht er
atemlos.
Dort — hinter der Thür, die nach den vorderen Räu—
men führt, durch deren Spalten der Feuerschein schlangen—
artig ihm entgegenzüngelt, vernimmt er eine Stimme —
Worte, Töne, die seinen Fuß am Boden bannen, seine
Kräfte lähmen, daß er sich mit seiner Bürde wider die
die Wand lehnen muß, um nicht umzusinken.
Es ist die wahnsinnige Mutter Agnes, welche, trotz des
Feuermeeres in ihrer Nähe, ihr allnächtliches Werk voll—
bringt, ihre arme, tote, kopflose Puppe singend und plau—
dernd zur endlichen Ruhe zu bringen sucht.
Der vor Schrecken gelähmte Mann, der dort sich an
der Mauer festgeklammert, hat die Worte, die Weise ver—
standen, und ein schriller Schrei entringt sich seinem schaum—
zedeckten Munde.
In diesem Augenblicke wird die innere Thür aufgerissen
und die Wahnsinnige erscheint auf der Schwelle. Nun dringt
auch der helle Feuerschein in das bisheran dunkle Zimmer
und beleuchtet die Gesialt, welche, unfähig, sich zu bewegen,
mit ihrer Bürde wider die Wand lehnt.
Die grauen glühenden Augen der Mutter Agnes hefteten
sich starr auf Destner, dann schreit sie plötzlich, ihn er—
kennend:
„Der Forstmeister?! — Endlich, endlich bist Du da,
und nun soll auch die Hochzeit sein! — Komm', komm'!