Full text : Der Karlsberg

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erstickenden Qualm verbreitend, der nur zu rasch den ihm neu
eröffneten Abzugskanal des schmalen, fast einem Schorn—
steine gleichenden Treppenhauses füllt.
All' seine Seelenkräfte rafft der Unglückliche, der sich
bereits verloren sieht, zusammen, um denken, handeln zu
können. Er muß zurück, auf einem andern Wege in's
Freie zu kommen suchen. Das Schloß ist groß und hat der
Bänge, Treppen und Ausgänge viele, die er alle kennt und
zu finden weiß.
Dieser Gedanke, der wie ein Blitz sein kochendes Hirn
durchleuchtet, giebt ihm, wenn vielleicht auch nur für Augen—
blicke, neuen Mut, frische Kraft, und schon stürmt er mit
seiner kostbaren Last die Treppe wieder hinan. Auf jeder
Etage versucht er die längst verschlossenen Thüren zu spren—
gen, doch es ist ein vergebliches Mühen; auch hat er keine
Zeit, sich dabei aufzuhalten, denn der harzige Qualm ist
schneller als er, und eilen muß er sich, will er in ihm nicht
rettungslos untergehen.
Jetzt hat er sein Zimmer hoch oben unter dem brennen—
den Tache wieder erreicht. Die Thüre schlägt er tief auf—
atmend zu und der ihm folgende tückische Feind, der er—
tickende Rauch ist für kurze Zeit gebannt. Der Korridor
einer Wohnung ist noch frei, vom Feuer selbst hier keine
Spur zu sehen. Nur an einem Ende dringt ein matter
Blutschein über die Bodentreppe hernieder. Wie ein ge—
hetztes wildes Tier eilt er den Gang entlang, nach dem
F des Schlosses zu, wo er den heimlichen Ausgang
nach der Eremitage weiß. Auf diesem Wege kann er ent—
liehen und auch seine reiche Beute retten, denn Niemand
vermag ihm dorthin zu folgen. Ein Blick durch die Fenster
des Korridors, an denen er nun vorübereilt, hinab in den
Hof, auf den im rechten Winkel sich vor ihm erhebenden
Mittelbau sagt ihm dies. Denn die leeren Appartements
der ersten Etage, links des Hauptportals, wo sie — an die
er in diesem Augenblick nicht zu denken vermag — zuletzt
gewohnt, sind von den aufsteigenden Flammen umhüllt.
Niemand wird sich hinein getrauen, und die rückwärts
gelegenen Teile des Schlosses müssen noch frei sein, ihm
einen Ausgang gewähren.
Jetzt hat Destner eine Lauftreppe erreicht, die in der
Ecke, wo der Seitenflügel mit dem Mittelbau zusammenstößt,
riederführt. Auch diese ist noch von Rauch und Feuer frei,
und keuchend steigt Destner die Stufen nieder. Er ist in
der Nähe der ersten Etage angelangt — hier begegnet seinem
Auge wieder der gräßliche rote Feuerschein, und greller,
            
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