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valiere und Jäger, die beiden jungen Grafen sprangen von
ihren Pferden und eilten auf den in seinem Blute an der
Erde liegenden Herzog zu. Die Meute, von ihrem Bän—
digern nicht mehr zurückzuhalten, warf sich nun mit Wut—
geheul auf das Wild, das im folgenden Augenblick, zu Boden
gezerrt, von ihren scharfen Zähnen buchstäblich in Stücke
zerrissen wurde.
Nur einer der Jäger sprang nicht von seinem Pferde und
benutzte die allgemeine Verwirrung und sprengte unbe—
merkt davon in der Richtung nach Sanddorf, jener kahlen
Höhe zu, wo er den Mann wußte, der von nun an sein
Herr und der des ganzen Landes sein würde.
Es war der braune Reinbold Destner.
Wie er sein Ziel erreicht, haben wir im vorigen Kapitel
gesehen. Herr von Scharfeneck war es endlich gelungen, den
zu Tode getroffenen Herzog an einer freien Stelle auf den
grünen Waldboden zu betten und die Ruhe ringsum etwaß
herzustellen. Zugleich sandte er reitende Diener ab, Priester
und Arzt von Homburg zu holen, nach den Prinzen Karl
und Max zu forschen ihnen das entsetzliche Unglück mitzu—
teilen und sie herbeizurufen.
Die Frau Gräfin war nach ihrem Fall von dem Pferde
bald wieder zu sich gekommen, dann auf den unglücklichen
Herzog zugeeilt, doch hier überkam sie beim Anblick der furcht⸗
baren Wunde eine neue Ohnmacht, der zu entreißen die
beiden armen Jünglinge sich weinend bemühten.
Inzwischen brachten einige Jäger lautlos eine Bahre
herbei aus rohen Baumästen gezimmert. Auf diese sollte
der tödtlich Verwundete gebettet werden, doch es war ein
vergeblicher Verfuch, eine Unmöglichkeit. Man mußte der
furchtbaren Wunde halber davon absehen. Voraussichlich
kam bald die ersehnte Hilfe — oder der Tod erlöste den
Armen von seinen qualvollen Leiden.
Einen wahrhaft entsetzlichen Anblick bot der Körper des
Herzogs dar. Der Leib war aufgerissen und aus der klaffen—
den Bauchhöhle drangen die blutenden, zerriffenen Ein—
geweide hervor. Mit dem Rocke eines Jägers war die
gräßliche Wunde von dem Herrn Oberjägermeister bedeckt
worden, die Schläfe des Herzogs, die blutlosen Lippen wur—
den mit Wein benetzt, der Herzog stöhnte leise und jammer—
voll, todtmatt hafteten die Blicke auf den Seinigen. Die Grä—
fin kniete neben dem Sterbenden, hielt den Kopf in ihren
Händen und beugte sich auf die bleichen Wangen des Unglück—
lichen nieder. Tie beiden jungen Grafen hatten sich zur