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Das brennende Schloß zog die über ihren schnellen
Sieg schier tollgewordene Bande der Sanscülotten und der
freiheitslustigen Zweibrücker an, in ihrem Scheine trank,
sang und tanzte es sich gut. Rasch war eine grüne Tanne
herbeigeschleppt, als Symbol der Freiheit mitten in dem
Schloßhofe aufgepflanzt worden, und aus den Kellern, deren
Thüren man eingeschlagen, wurden die vollen Fässer des
föstlichsten Weines heraufgeschafft.
Die herzoglichen Bedienten, welche endlich die Flucht
hres Herrn erfahren hatten, schlossen sich ebenfalls, teils
aus Furcht, teils aus erbärmlicher Charakterlosigkeit, den
sremden Volksbeglückern an, und von allen Seiten, wohin
rur der Schein des brennenden Schlosses drang, eilten die
Bauern herbei, ihren leider nur zu gerechtfertigten Haß
an dem Orte zu kühlen, von wo ihre unsäglichen Bedrück—
ungen ausgegangen.
Je höher und heller die Flamme loderte, je lichter
füllte sich der Schloßhof mit wilden, fanatisierten Gestalten,
die, von Wein und Freiheit trunken, jubelnd und ihrem
davongelausenen Herrn fluchend, um den Freiheitsbaum
anzten und, so gut es ging, mit den Sanscülotten das
„Ca ira! ca ira!“ sangen.
Wie die wenigen Bewohner des Schlosses gleich bei
Beginn des unerwarteten Tumultes aus ihrem Schlafe ge—
veckt umnd auf die Beine gebracht worden waren, so hatte
ruch der Forstmeister Destner, jäh von seinem Kissen auf—
schnellend, das wilde Getöse mit Schrecken vernommen. Mit
den Verhältnissen bekannt, wußte er, was geschehen und
ruch, was er jetzt zu thun habe. An seinen Herrn zu den—
ken, der seiner Dienste in diesem gefährlichen Augenblicke
vohl bedürfen könne, kam ihm nicht in den Sinn. Flucht,
rasche Flucht mit seinen Schätzen, das war es, was allein
und mit feurigen Zügen sein Hirn durchleuchtete. Rasch
hatte er sich angekleidet, dann eilte er nach einer seiner
Stuben, deren Fenster nach dem Schloßplatze gingen. Hier
'ah er beim Scheine der Fackeln die französischen Tragoner,
allerlei heulendes Gesindel; zugleich tauchte eine andere Helle
ruf, unter ihm, dort in der Höhe und ganz nahe über seinem
Haupte, und ein Entsetzen, die Ahnung einer furchtbaren
Befahr begann seinen Körper zu schütteln.
„Das Schloß brennt! — die Schurken haben es an
allen Ecken angezündet. Säume ich noch einen Augenblick,
jo bin ich rettungslos verloren!“
So keuchte er, während bereits sein Gesicht zu glühen