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Der entsetzte Kutscher, an einen Spuck glaubend, be—
kreuzigte sich zitternd, doch die Fremde gebot ihm mit
einer Stimme, die kein Zweifel über ihre Wirklichkeit ließ,
Halt und schritt auf den Wagen zu, dessen Thür sie mit
wilder Gewalt aufriß.
Der Herzog, welcher während der langen Fahrt in
etwas seine Ruhe wiedergesunden hatte, erkannte die
Fremde.
„Jana!“ kreischte 5. aus, von einem neuen Schrecken
erfaßt.
„Heraus, auf die Straße und schau' dorthin!“ klang
es ihm in einem Tone, den eine wilde, ent—
setzliche Freude durchzitterte, entgegen. Zugleich fühlte
er, wie zwei Hände ihn erfaßten und gewaltsam aus dem
Wagen zerrten.
Endlich betrat er die Straße, da zog Jana ihn einige
Schritte zur Seite und deutete in die Ferne.
Einen wehen Angstschrei stieß der Herzog aus.
Es war wohl dieselbe Stelle, wo er 'vor wenigen
Tagen, bei seiner bletzten Jagd, gehalten und sinnend
nach dem Karlsberg ausgeschaut. Wieder hielt er das Auge
auf sein Schloß gerichtet, doch ein anderer Anblick war ihm
geworden. Eine mächtige Flamme loderte auf dem Berge
empor, hoch zum Himmel, den sie rötete und zugleich den
ganzen Bergrücken in schauerlicher Weise erhellte.
Tas Schloß brannte lichterloh und ein wirres Getöse
don jubelnden Stimmen drang durch die Stille der Nacht
an sein Ohr.
Die Hände schlug der Fürst vor das Gesicht und
röchelnde Laute tötlichen Schmerzes, grimmer, ohnmächti—
ger Wut entrangen sich seiner hestig arbeitenden Brust.
Da riß die Zigeunerin mit wilder Kraft ihm die Hand
von dem Auge, und sie krampfhaft festhaltend, raunte sie
ihm in glühendem Tone zu:
„Deine Strafe beginnt! Was Du geschaffen, woran
Dein Herz gehangen, mußt Du in Nichts zerrinnen sehen.
Jetzt fliehe! — lebe, leide und büße! Das ist die Rache
des Weibes, das Tu mit Füßen getreten, der Mutter, der
Du ihr Kind gemordet. Dies Gesltändnis, das Dir in
solchem Augenblick wird, den Anblick dort, nimm mit Dir!
sie werden genügen, Dir die Tage, welche Deinem
Leben noch bleiben, zu einer Hölle zu gestalten. Nun weißt
Du, weshalb ich in jener Nacht das Messer auf Dich zückte
und Dir dennoch Dein elendes Leben ließ. — Lebe und
berzweifle!“