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Agnes wachte, wie in jeder Nacht, und versuchte unter un—
heimlichem Singen und Reden ihre kopflose Puppe zur
endlichen Ruhe zu bringen, was ihr jedesmal erst
mit den erlösenden Strahlen des neuen Tages zu ge—
lingen schien.
Ter Herzog unterdrückte einen jähen Aufschrei, sein
Haar sträubte sich und wie ein Verzweifelter stürmte er
veiter.
Nun gelangten sie durch den verdeckten Gang in die
Fremitage. Die Kraft des Sünders war zu Ende — grell
lammte das Bild in seiner Seele auf, das er geschaut, a!s
zx zum letzten Male an diesem verfluchten Orte geweilt.
Des Herzogs Kniee wankten, und hätte der arme Bauer
den hohen, gebietenden, jetzt so gedehmütigten Herrn
nicht gestützt, mitleidig nach der von dem Kammerdiener g9e—
zffneten Thür geleitet, der Herzog wäre zusammengesun—
ken und wohl ohnmächtig auf den Fließen des Flures liegen
geblieben.
Endlich! — endlich war das äußere Thor passiert. Der
Wagen stand bereit und die beiden Männer bemühten sich,
dem an Geist und Körper gebrochenen Fürsten beim Ein—
steigen behülflich zu sein. Ter Kammerdiener setzte sich zu
ihm und der Kulscher, der wohl die nötigen Besehle er—
halten haben mochte, trieb die Pferde zu raschem Lauf an.
Bald war der Wagen den Augen des ihm nachblickenden
Bauern entschwunden.
Anfangs ging es, weil auf geebneter Straße, rasch
boran, doch bald lenkte das Gefährt in einen schlechten Weg
ein, der zwischen den Höhen durch ein enges Thälchen nach
der Ebene führte und in der Nähe des Königsbruchhofes
ruf die bessere Straße mündete. Es war derselbe Weg, den
Destner vor wenigen Tagen geritten.
Nun ging es nur langsam vorwärts, und Mitternacht
war vorüber, als das Gesährt den bekannten Hof passierte
und in die Hauptstraße einbiegen wollte.
Hier nahm der Wald den Wagen au', doch kaum hatten
die Pserde die Straße betreten, den Saum des Waldes er—
ceicht, als sie stutzten, sich bäumten und trotz aller Peit—
schenhiebe des immer ängstlicher werdeuden Kutschers nicht
mehr von der Stelle wollten. Sie blieben endlich wie am
Boden festgewurzelt stehen.
Aus dem Boden war eine dunkle Gestalt, ein Weib in
Tücher gehüllt, hatte sich vor die Pferde aufgepflanzt und
diese zum Stehen gebracht.