Full text : Der Karlsberg

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nicht sein. Ich passiere mit meinen Leuten — und noch
bdielen Anderen — Rohrbach und werde dann dafür zu
sorgen wissen, daß es Deinem Anwesen nicht gar zu schlimm
ergehen soll. Darsst Vertrauen zu mir haben, stecke ich
auch in einer französischen Uniform, so bin ich doch ein
ebenso guter Pfälzer, als Du einer bist. Ich heiße Heury
Dümmler.“
„Ah! mit tausend Freuden will ich den Gang thun,
Herr Kapitän,“ rief jetzt der Bauer mit strahlendem Gesichte.
„Ihr seid wohl vom Karlsberg daheim, denn dort, in dem
Louisenhof, habe ich vor Jahren einen Förster Eures Na—
mens gekannt.
„Das ist mein Vater,“ warf der Kapitän ein, indem
3 hastig einige Zeilen aus ein Blatt seines Büchleins
schrieb.
„Sagt, was ich zu thun habe, und ich führe es aus,
hei dem Helie meiner armen Seele.“
„Diese Zeilen bringst Du in der Karlslust einer Frau,
die auf dem großen Platze in dem bunten türkischen Zelte
vohnt. Jang ist ihr Name.“ J
„Ich weiß es! Doch,“ klang es zögernd, „ist hoffent—
lich nichts Uebles damit verbunden?“
„Im Gegenteil! Du thust ein gutes Werk, mein
Wort darauf! Ta nimm, doch eile Dich, noch vor Nacht
mußt DTu an Ort und Stelle sein, sonst geschieht ein Un—
glück und auf Dich fiele die Verantwortung.“
„Ich laufe, so rasch meine Beine nur können. Verlaßt
Euch auf mich.“
„In Rohrbach sollst Du von mir hören. Adieu!“
Damit sprengte der Kapitän wieder davon und seinen
Leuten nach, die bereits einen brdeutenden Vorsprung hat—
ten, und der Bauer, Niklas Pseiffer von Rohrbach, setzte
mit seinem gewiß inhaltsreichen Zettel seinen Weg nach
dem noch ziemlich entfernten Karlsberg fort.
Gegen elf Uhr Nachts war es, als er das Ziel seiner
mühsamen Wanderung erreichte und Jana den Zettel des
deutsch-französischen Kapitäns übergeben konnte.
Die Zigeunerin überslog den Inhalt. Es waren nur
wenige Zeilen, die lauteten:
„Heute besetzt General Landremont das Herzogtum;
um Mitternacht bemächtigt sich eine starke Abteilung
Kavallerie des Karlsberges.“
„Und des Herzogs! —“ ergänzte Jana die Mitteilung.
Toch im solgenden Augenblick schrak sie zusammen und
rief voll Aufregung: „Nein, nein! das darf nicht geschehen,
            
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