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Weib, die verhaßte Oesterreicherin, und Alle, Alle, die zu
ihrer Race gehören, werden ihm solgen.“
Einen Schrei des Entsetzens stieß der Herzog aus, dann
schlug er die Hände vor das Gesicht und sank kraftlos in
seine Kifsen zurück.
Jana fuhr fort, sich mehr und mehr entflammend:
„In ganz Frankreich wird die Guillotine ihre rächenden
Blutfeste feiern und das so lange geknechtete Volk keinen
seiner srüheren Herren, noch deren Brut und Anhänger am
Leben lassen. Die in Lumpen einhergehen, werden endlich
die Welt beherrschen, denn überall wird sich wiederholen,
was in Frankreich geschehen, in Deutschland! — hörst Du
es? — in Deutschland, wie in der ganzen Welt — wenn
auch vielleicht nicht jetzt, doch sicher in Jahren — in einem
Jahrhundert — und dann surchtbarer, als heute! — Neue
Unterdrücker werden kommen — heute heißen sie Adel
— in hundert Jahren ist es das Gold der reich gewordenen
Bürgerlichen, die sich am Schweiße der Armen mästeten,
und dann ist die Reihe an diesen! Dann erst wird das Wort
dessen Du und Teinesgleichen sich gerühmt, wahrhaft in
Erfüllung gehen — dann erst kommt die Sündflut, die
Alles — und Alle verschlingen wird!“
Während dieser entsetzlichen Rede hatte Jana's Gestalt
sich mächtig gehoben und wie eine dämonische Seherin stand
sie da, den Blick in die dunkle Ferne gerichtet. Jetzt aber
beugte sie sich über den wie vernichtet, ohnmächtig auf sei⸗
nem Bette liegenden Herzog, und in tiesem, glühendem
Tone raunte sie ihm in's Ohr:
„Das ist mehr, als Tod! — Du wirst leben — Deine
Sünden, Deine Schuld büßen bis an Tein Ende. Jana
wird über Dich wachen. Ist es an der Zeit, wirst Du von
ihr hören — sie zum letzten Male wiedersehen.“
Unheimlich, furchterweckend klang der Ton dieser letzten
Worte durch das Gemach, dann ward es stille.
Der Herzog regte sich nicht. Das Entsetzliche, was er
vernommen, haite ihn in Wahrheit darniedergeworsen, be—
täubt, und als er nach einer langen Weile wieder zu sich
kam, von Furcht und Schrecken geschüttelt, aufschaute, war
das Gemach leer und die Zigeunerin verschwunden.
Am anderen Morgen beim Ankleiden vermißte er ein?n
seiner Ringe, die er vor dem Schlafengehen auf einen Tisch
zu legen pflegte.
Nur Jana konnte ihn entfernt, mitgenommen haben.
Trotzdem wagte er nicht, nach der Zigeunerin zu senden
und das Vermißte zurückzuverlangen. Er mußte das wert—