Full text : Der Karlsberg

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zung: „Schon gut! unterwegs kannst Du mir das Nähere
een die Thatsache genügt einstweilen, hole die Pferde
erbei.
Nun hatte er Jana uugestüm bei der Hand gefaßt, einige
Schritte abseits gezogen und ihr nun in glühendem Toñe
zugeflüstert, während seine blitenden Augen das braune.
üppige Weib zu verschlingen schienen:
„Ich muß Dich sehen. Ist er wirklich todt — dann gilt
mein erster Gang Dir. Wo weilst Du, wo draun ich Bich
inden, schönes Weib?“
In gleicher Weise die Gluthblicke nicht von dem Prinzen
abwendend, flüsterte die Zigeunerin nach den fernen Ber—
zen hinter Homburg deutend:
„Drüben, auf dem Wege nach Zweibrücken, an dem
rechten Ufer der Blies, liegen die Trümmer einer alten
Abtei — heute morgen rittest Du dort vorüber, da saß
ich Dich — dort will ich Deiner warten. Biege bei der
Höhe vom Wege ab und Du wirst mich finden.“
Ein Druck der Hand, der dem Körper Janas ein Zittern
mitteilte, war Antwort und Zusage. Zugleich rief der
Prinz: „Aufgesessen!“
Mit einigen raschen Schritten hatte er sein Pferd erreicht.
Prinz Max und Herr von Esebeck saßen bereits auf ihren
Tieren — und im folgenden Augenblick ritten die Drei, von
dem Jäger Destner geführt, die steinige Höhe hinab, den
Bruchwiesen zu, ohne sich noch einmal nach der Zigeunerin
umzusehen.
Eine Weile schaute Jana den Davonreitenden nach. In
ihren Augen flammte es auf und ihr Gesicht nahm den
Ausdruck einer dämonischen Siegesfreude an. Tann mur—
nelte sie:
„Endlich! — endlich wäre ich am Ziel, nach dem ich so
lange und hartnäckig gerungen. Schahnamet sei gelobt!
Ich sah das Unglück kommen, das Wild war schon wüthend.
als es aus dem Busch gehetzt wurde. Ich erkannte es glück—
licherweise und sah auch, wie der, auf den ich Jagd machte,
die tolle Horde verließ. Die plötzlich verstummenden Hörner
schienen mir zu künden, daß es geschehen. Der Geist kam
über mich, ich sprach das Wort und es wurde wahr! Der
alte Herzog ist todt und der neue — haha! — gefangen! —
Er wird zu mir kommen!“
Damit wandte sie ihre Schritte und eilte geflügelten
Laufs in entgegengesetzter Richtung über die Hoͤhe dahin,
um auf bekannten Wegen durch das Kirrberger Thal, ihr
dorübergehendes Heim, die Ruinen der alten Abtei Wörsch—
weiler zu erreichen.
            
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