Full text : Der Karlsberg

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Destner's Gesicht war erdsahl geworden, die Zähne
hatte er zusammengebissen, dann aber lüftete er mit einer
Verbeugung den Hut, als Zeichen, daß er verstanden, zu—
gleich auch als Abschied, warf sein Pferd mit einer wil—
den Bewegung zur Seite und sprengte auf den schlechten,
ausgefahrenen Weg in das Thal hinein, dann die sanft
ansteigende Höhe hinan.
Das Jagen war zu Ende, der Herzog kehrte langsam,
sich wiederum seinem Brüten überlassend, nach dem Karls—
berge zurück.
Auf der Höhe, etwa in der Richtung angekommen, wo
die Bauten der herzoglichen Residenz beginnen konnten,
verließ Destner die Straße und schlug einen schmalen Wald—
weg ein, der ihn, an dem jetzt vollständig öden Louisen—
hof vorüber, nach den Kasernen des Karlsberges führte.
Scharf schaute er umher, als suche er Jemanden, dann
winkte er plötzlich einen Jagdjunker heran, der mit ein
paar Hunden aus den Ställen daherritt.
Dieser erhielt von Destner denselben Auftrag, den der
Herzog dem Forstmeister gegeben, nur in bascherer Weise,
und die Leine der Hunde einem Jäger zugeworfen,
sprengte der Jagdjunker diensteifrig die Allee entlang, auf
rem nächsten Wege die Karlslust, das Zelt der Zigeu—
nerin Jana zu erreichen, dort den hohen herzoglichen Auf—
rag mit gebührendem Nachdruck auszurichten.
Destner schlug einen der Seitenwege zwischen den
Zauten ein und kehrte in den Wald zurück.
Seit jener verhängnisvollen Nacht vor drei Jahren,
die ihm sein Kind im Tode gezeigt, hatte er die Mutter,
Jana, nicht mehr gesehen. Das unerwartete Ereignis war
wohl im Stande, ihn im Augenblicke merklich zu erschüt—
lern, auch für kurze Zeit von den Menschen fern zu hal—
ten. Doch je mehr er darüber nachdachte, sich alles
Geschehene, von der ersten Begnung Elsa's im Thale des
Nabenberges bis zu ihrem Ende in der Eremitage, ver—
gegenwärtigte, dabei sich des braunen Zigeunerkindes in
den Wörschweiler Ruinen erinnerte, er fand in seinem
Herzen keine Liebe, keine Reue über das, was
er gethan, sondern nur Haß gegen die freche Dirne, die
ihn mit lächelndem Munde, höhnendem Wort hatte ver—
derben wollen. Verächtlich bannte er dann alles Denken
an die Tode, welche ihm doch so nahe gestanden, und ver—
zaß sie endlich, wie den blutigen Vorfall..
Nicht so gelang es ihm mit Jana. Vor der Zigeunerin,
die einstens sein Weib gewesen, empfand er eine Furcht,
            
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