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ist sie ihm dafür im eigenen Lande um so näher. Ganze
Aemter, Städte fallen von ihm ab und werfen sich dem
Konvent in die Arme; die Bürger Zweibrückens verlangen
laut und drohend von ihrem Gebieter Abschaffung alles
Dessen, was sie als zum Nachteil des Landes bestehend be—
trachten.
Da soll der arme durchlauchtigste Herr seine Hunde, seine
schönen Soldaten bis auf 500 Mann, die ganze Menagerie,
Fasanen, Falknerei, seine herrlichen Pferde, Katzen, alles
unnötige Hofgesinde, Bau- und sonstige Künstler und noch
vieles Andere abschasfen, sogar an sein Silbergeschirr wollen
sie und wohl gar, daß Serenissimus von „irdenem Ge—
schirr“ speise! Noch mehr! Seine herrliche Schöpfung, den
Karlsberg, soll er verlassen, preisgeben und wieder in ihre
Mitte nach Zweibrücken zurückkehren. Dies Alles wird in
letzterer Stadt auf offenem Markte lärmend verhandelt
und kecke Unterthanen wagen es, solche hochverräterischen
Beschlüsse ihrem Herrn zu überbringen! Er, der Allein—
herrscher, vor dessen Blick früher das ganze Herzogtum ge—
zittert, muß sich dies Alles sagen lassen, muß es nicht allein
geduldig anhören, sondern sich sogar auf's Bitten legen,
nicht nur versprechen, hübsch zu folgen, sondern, was noch
weit mehr und schlimmer ist, es in Wirklichkeit auch thun,
und geschehen lassen, was er nicht mehr zu ändern vermag.
Das ganze Oberamt Bergzabern, eines der ältesten Teile
des Herzogtums, wird, seinen bisherigen Herrn verhöh—
nend, französisch und der Karlsberg verödet. Die lustigen,
kecken Mädchen, welche das Schloß früher belebten, sind
schon längst aufgegeben, verschwunden; andere, ernstere folgten
ihnen nach. Wie die Ratten das Schiff verlassen, ehe
es sinkt, so kehren die Getreuen, welche früher stets in Un—
terthänigkeit erstarben, ihrem allergnädigsten Gebieter den
Rücken, heimlich und osffen — doch nicht ohne so viel als
nur irgend möglich mitzuschleppen von dem gewiß nur red—
lich erworbenen Gut — denn auch der Karlsberg und sein
Herzog sind dem Untergange verfallen.
Serenissimus fühlte dies und seinem Oberhofmeister
giebt er den Befehl, zu retten, zu flüchten und zu bergen,
was der Mühe Wert sei. Dieser läßt in leiner Weisheit
34 große Verschläge mit Spiegel und Kronleuchter füllen
und schickt sie über Kaiserslautern nach der Rheinpfalz —
an andere, wirkliche Kostbarkeiten und Seltenheiten, welche
der Karlsberg birgt, denkt man nicht. Spiegel, Kronleuchter
gehören zum Hofe, sie geben ihm ja den rechten, wirklichen
Glanz und Lustre und müssen deshalb vor allen Dingen