Full text : Der Karlsberg

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bauen, wie der König von Frankreich kein solches besitzt.
Die Stelle ist gut gewählt,“ sagte sie noch, indem sie
ihren Blick voll Hohn über den steinigen Bergrücken gleiten
ließ, „arbeiten müssen sie, wie Hunde. Jeden Stein solley
sie den Berg hinaufschleppen und mit der Peitsche sollst
Du sie antreiben, weil sie Dich mißachten und verhöhnen!“
„Gemach, Gemach!“ lachte der Prinz mit seiner früheren
zjuten Laune auf. „Zuerst muß,. ich Herr sein!“
Auch Prinz Max stimmte nun rückhaltlos in das Lachen
des Bruders mit ein, denn die unwahrscheinliche und über—
triebene Phrophezeihung hatte auch die letzte Erinnerung
an die Zornesausbrüche der Zigeunerin verscheucht.
Keck hielt er Jana nun seinerseits die Hand hin und
rief lustig:
„Willst Du nicht auch einstweilen mir mein Glück ver—
künden?“
Ohne um die fast ausgelassene Heiterkeit des jungen
Prinzen sich zu kümmern, ergriff Jana, ernst wie bisher,
die dargebotene Hand, schaute eine Zeitlang hinein u. sprach:
„Tu brauchst längere Zeit dazu, als Dein Bruder, solch
ein Ziel zu erreichen, doch auch Tir winkt in der Ferne ein
Thron. Zwar — bist Du nicht mein Mann, denn die ich
hasse, liesbst Du, und mit einem ehernen Bilde werden sie
Tir danken — wenn auch gewiß heimlich Deiner spotten.“
In diesem Augenblick kam der nach Wasser abgeschickte
Herr von Esebeck keuchend wieder die Höhe hinan.
Eimsherzoglicher Jäger war bei ihm, der ebenso atemlos
zu sein schien, wie der Kavalier. Es war Reinhold Dest—
ner.
Jana erkannte ihn sofort. Aber weder Herr von Esebeck
noch der Jäger brachten das gewünschte Wasser, oder ein⸗
andere Erfrischung, dafür aber eine ganz absonderliche Neu—
igkeit. Schon von Weitem rief der Kavalier atemlos:
„Durchlaucht! — Durchlaucht! — Ein entsetzliches Unglück
ist geschehen! Dort unten im Königsbruch — liegt der Herzog
zu Tode getroffen!“
Wie von einem Blitzstrahl berührt fuhr Prinz Karl in
die Höhe. Einen langen flammenden Blick warf er auf die
schöne Zigeunerin, dann wandte er sich zu Esebeck und dessen
Begleiter. „Was ist geschehen, Destner ?“ herrschte der Prinz
dem Jäger zu, denn dieser mußte die inhaltschwere Nach—
richt gebracht haben, welche der Kavalier verkündete. „Rede
schnell, kurz und deutlich! Ihr Esebeck, macht die Pferde be—
reit, wir reiten im Augenblick.“
Noch ehe es Destner möglich wurde, dem erhaltenen Be—
fehl nachzukommen, rief der Prinz in steigeuder Aufre—
            
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