Full text : Der Karlsberg

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dem Kloster beginnen, da drohte ein neuer Sturm das
mühsam Errungene wieder zu zerstören.
Es war an einem Nachmittage, Vater Dümmler saß
im Parloir und harrte auf Louise, oder vielmehr auf
Schwester Regina, und vor der Klosterpsorte unter den
dürren Linden saß der Limburger, in Geduld des Alten
harrend, da trabten zwei Reiter das Thälchen hinauf. Der
Eine spähte scharf umher und als er das Häuschen leer
jand, in der Runde Niemand entdeckte, ritt er weiter auf
das Kloster zu.
Ta eilte ihm plötzlich die dicke Gestalt des Limburgers
entgegen. Er hatte den Reiter gesehen, erkannt und schon
von Weitem schrie er ihm in größter Ausregung zu:
„Henry! — Henry! der Himmel und Alles was drinnen
und drum hängt, sei gepriesen! — Er lebt! ist nicht ge—
storben und kommt, um sein Wort zu halten und uns zu
erlösen von dem Uebel und den Kutten — A—a —a — men!“
Der wilde Jäger hatte seinen ganzen früheren Humor
wiedergesunden, er kannte sich wohl vor Freude nicht mehr
beim Anblick des jungen Mannes, den er als einzigen Ret—
ter in der Not betrachten durste, und sein „Amen“ sang
er als echter Kapuziner mit seiner furchtbaren Baßstimme
so lustig und laut in die Luft hinaus, daß selbst der ernste
Henry darüber lächeln mußte.
Bald saß dieser neben dem Limburger auf einer der
Bänke, weit genug vom Kloster entfernt, um nicht von dort
belauscht zu werden, und doch nahe genug, um den alten
Dümmler sehen zu können, wenn er aus der Viorte treten
würde, und der Jäger erzählte.
Henry erfuhr, was vorgegangen und wie die Sachen
nun standen. Er hatte es geahnt und konnte sich denken,
daß Alles so kommen würde. Nachdem er eine Weile nach—
gedacht, sragte er den Limburger:
„Und mein Vater, hat er sich in sein Schicksal ergeben?
Sage mir die Wahrheit, auf Dein Gewissen.“
„Er ist ruhig, zufrieden und scheint sogar glücklich, wenn
er aus dem Kloster kommt und unsere Louise gesprochen
hat.“

„Dann wäre es ein großes Unrecht, ihm jetzt seine
Ruhe wieder zu stören. Das Unglück ist nun einmal ge—
schehen und im Augenblick nicht zu ändern. Mit Gewalt
kann nun leider nichts mehr ausgerichtet werden. Somit
darf er mich jetzt nicht sehen —“
„Du willst wieder sort, Herzensjunge?“ rief der Lim—
zurger erschrocken.
            
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