Full text : Der Karlsberg

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seine Worte und sehr unheiligen Wünsche sich auch nur
zum kleinsten Teile erfüllt.
Auch diese Tage vergingen, der Samstag kam heran,
dem der Sonntag folgte, welcher dem Vater sein Kind,
nach einer Trennung von mehreren Monden — eine
Ewigkeit für das arme, sehnende Vaterherz! — wieder—
geben sollte!
Was war während dieser Zeit in dem Kloster und mit
Louise vorgegangen?
Unsere Erzählung, die unserem Abschlusse zustrebt, ge—
stattet nur eine Vorführung der verschiedenen Ereignisse
in ihren Resultaten.
Daß Louise sich gleich nach ihrem Einzuge in das Rlo—
ster heimlich und gluͤcklich gefühlt, war volle Wahrheit ge—
vesen, es hätte bei ihrer Sinnesrichtung, ihrem rein
frommen Gemüt auch nicht anders sein können. Die Aeb—
tissin, die Schwestern, überrascht, dann entzückt von der
lieblichen, wahrhaft madonnenhaften Schönheit des jungen
Mädchens, ihrer ungehenchelten Frömmigkeit, schienen ihr
eine Liebe zuzubringen, die die Unbefangene bald mit Ban—
den fesselte, welche mit den Tagen, Wochen immer un—
zerreißbarer werden mußten.
Ihren schwärmerischen Neigüungen kam man in geschich—
tester Weise entgegen. Einer der hübschesten Altäre
der Kirche, dort, wo die Tochter des ehemaligen
Polenkönigs Stanislaus Lesczinky gebetet, wo sie begra—
ben lag und die buntbemalte Statue der verstorbenen Prin—
zessin sich vor dem wunderthätigen Muttergottesbilde er—
hob, hatte man der neuen Bewohnerin des Klosters gleich—
sam als Eigentum überwiesen. Mit Blumen schmückte Louise
das Bild der Himmelskönigin und die Figur der toten könig—
lichen Nonne, von welcher die Aebtissin der Horchenden
so Vieles und Schönes zu erzählen wußte.
Kam dann noch der Vater ins Kloster, um sein Kind
zu besuchen, so schien das Glück Louisen's ein vollkommenes
zu sein. Doch dies Alles währte leider nicht lange. Nur
wenige Tage, und Louise wurde nicht mehr in's Parloir
gerufen: der Vater sei nicht gekommen, so hieß es, und von
dieser Stunde an kam er auch, der Aussage der Mebtissin
—————
sofort beschlossen, das liebliche fromme Mädchen für den
Dienst des Herrn und ihr Kloster zu gewinnen, war vor
einer Lüge nicht zurückgeschreckt, ihren gottgefälligen Ge—
danken durchzusetzen. Tie ehrwürdige Mutter hatte durch
die dem Kloster so ergebene Pförtnerin sofort erfahren,
            
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