Full text : Der Karlsberg

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einem seligen Lächeln und gefalteten Händen berichtet, daß
seine Leiden bald zu Ende sein würden, denn sein Kind,
die liebe Louise, werde er sehen, noch bevor wenige Wo—
chen vorübergegangen, und alsdann auch alle Tage sehen
können. Mehr dürfe sie ihm noch nicht sagen, doch noch
soviel vertrauen, daß Louise sich im Kloster und bei den
ehrwürdigen Schwestern glücklich wie im Himmel und un—
ter den lieben Englein fühle. Der alte Mann dankte Gott
und der verzückten Nonne für den spärlichen Trost, und
mit einer verklärten Miene kehrte er heim. Seine Kla—
gen hieß er schweigen und wartete geduldig des ersehn—
ten Tages.
Wieder vergingen mehrcre Wochen und der Zeitpunkt,
wo sich das Kloster für den Vater öffnen sollte, wollte noch
immer nicht kommen. Dringender wurde der alte Dümmler,
wenn es ihm vergönnt ward, mit seiner Schwester zu re—
den. Da endlich widerstand diese den Bitten, dem Flehen
des armen Mannes, der doch ihr Bruder war, nicht länger
und nachdem sie ihm das Gelöbnis des Schweigens abver—
langt, teilte sie ihm, gewiß gegen ihre Instruktionen, mit,
daß am nächsten Samstag eine junge Nonne, an der der
Herr und Seine Heiligkeit der Papst durch den hochwür—
digsten Bischof von Metz ein Wunder gethan, den Schleier
nehmen, das klösterliche Celübbde ablegen und am Tag,
darauf, am Sonntag Septuagesima, der Vater sein Kind
sehen würde.
DTas Gesicht der Alten strahlte bei diesen Mitteilungen
förmlich unter dem sauber gefältelen Schleiertuche, sie
schienen ihr über Alles wichtig und von größter Bedeutung.
Den horchenden Dümmler erfüllten sie zwar mit einer un—
endlichen Freude, doch auch mit einem Bangen, mit der
Ahnung eines neuen Leides, die jedoch durch das
frohere Gefühl, welches sich in dem Herzen des Vaters immer
mächtiger entfaltete, beschwichtigt und verdrängt wurden.
Nur des kommenden Sonntages gedachte er, wo er endlich
sein liebes Kind wiedersehen, an sein Herz pressen dürfte,
und laut und freudig gab er nur diesen sfrohen Gedanken
Ausdruck.

DToch seine beiden Gesfährten teilten die Freudigkeit
Tümmler's nicht. Der arme Hans, welcher wohl das
Schlimmste ahnen mochte, wurde tief traurig, und der Lim—
burger ging wie ein echter wilder Jäger umher, mit seiner
Bärenstimme wetternd und fluchend, daß die dürren Aeste
der Bäume im Garten klapperten und das ganze Kloster
meilenweit in die Erde verschlagen worden wäre, hätten
            
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