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krampfhaft bewegten, nach Tönen, Worten rangen, die sie
nicht finden konnten. Endlich tönte es abgerissen, keuchend
an Henry's Ohr:
„Von wem sprichst Du? — Wer ist es, dem Du den
gefundenen Schmuck gabst — der mir so ähnlich sah, daß
ich — als Mutter Tir gelten konnte? Rede — rede! —
oder Du machst mich wahnsinnig!“
„Es war ein Kind — ein kleines Mädchen von etwa
drei oder vier Jahren, das ich bei meiner Nachhaufekunft
in der Nähe unserer Wohnung im Walde fand.“
„Und dieses Mädchen sah mir ähnlich?“
„Das braune Antlitz mit den tiefschwarzen Augen, den
langen Haaren — sein Körper war in Lumpen gehüllt.“
Jetzt stieß Janag einen röchelnden Laut aus, dann tau—
melte sie nach dem Divan hin, auf den sie, die Finger in
die Haare gekrallt, niederfiel, bevor Henry zu ihrer Hilfe
hatte herbeispringen können.
„Weiter! —“ keuchte sie, „erzähle mir mehr von ihr —
oon meiner armen Hanoscha! Ah! so hat die alte Uscha
mich noch vor dem Sterben belogen! —“
„Ten Namen, den Du soeben genannt, hörte ich von
ihr,“ rief Henry hastig. „Das Kind sprach Worte, die wir
nicht verstanden — es wird wohl Eure Sprache gewesen sein.
Doch das eine Wort, „Hanoscha“, sagte die Kleine oft. Es
var also ihr Name!“
„Was geschah — mit meinem Kinde?“
Die Erinnerung der schönen Jugendzeit war so mächtig
in Heenry's Seele erwacht, daß seine Gedanken nur bei ihr
veilten. Unbekümmert um die furchtbare Aufregung der
Frau, welche da vor ihm auf dem Divan lag, in der er
die Mutter Elsa's erkennen mußte, fuhr er fort:
„Meine Eltern nahmen das arme, verlassene Mädchen
auf, erzogen es mit meiner Schwester Louise und mir und
liebten es, als ob es ihr eigenes Kind gewesen wäre. Sie
vurde größer und ach! — so schön! — so schön, wie Ihr
einst gewesen, und mit den Jahren — liebte ich sie, nicht
wie eine Schwester, sondern mehr als mein Leben, mehr als
Eltern, Erd' und Himmel! — Tann —“
„Weiter!“ klang es jetzt vom Divan her, in einem Tone,
den Freude und Thränen durchzitterten.
„Tann —“ entgegnete Henry, indem seine Blicke sich
oerfinsterten, seine Zuge fich schmerzlich verzogen, „dann
hat sie uns heimlich verlassen, den Vater verleugnet —
mich, meine Liebe verraten —“