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mochten dem eingefallenen Halse, der Brust die ehe—
maligen Rundungen nicht wiederzugeben.
Und dennoch! — wie das Weib sich jetzt hoch aufrichtete,
den Kopf hob und mit festem, energischem Blick hinaus—
schaute, als ob sie die Wand des Zeltes, die Mauern der
Eremitage durchdringen, sich mit Terjenigen messen wollen,
die sie als ihre Rivalin, als Räuberin an ihrem Eigentum
betrachtete, da vermochte die hohe, buntbeputzte Gestalt, trotz
der gewaltigen Veränderung, an Jana, die schöne Zigeu—
nerin, zu erinnern.
Der Abend nahte und mit ihm ein Bote, dessen Kommen
und Meldung Jana in ungewöhnliche Aufregung versetzte.
„Er ist da,“ hatte der Mann gesagt. „Ich erwartete ihn,
Deinen Befehlen nach an der Grenze, folgte ihm nach Berg—
zabern, überall, auf Schritt und Tritt. Heute früh verließ
er die Stadt.“
„Und warum bist Du vor ihm hier, wo weilt er?“
„Ich folgte ihm. In Fischbach kehrte er ein, doch
anstatt von hier den geraden Weg nach Pirmasens einzu—
schlagen, ritt er auf der schlechten Straße, die nach Westen,
der lothringischen Grenze, führt, weiter. Da Deine Weisung
nur auf Bergzabern lautete, ließ ich ihn ziehen und eilte
hierher, um Dir zu berichten.“
„Gut! Er wird schon kommen, gewiß noch in dieser
Nacht. Ich will ihn erwarten.“
Damit entfernte sich der Bote und Jana durchschritt
hastig ihr Zelt, Herrin ihrer Aufregung zu werden und ihre
Gedanken sammeln zu können. Der Mann, den diese er—
wartete, sollte ihr Nachrichten über die öffentlichen Zustände
in Paris, das Thun der extremen Partei, die Berichte der
Ihrigen bringen, welche im Dienste einer hochstehenden
Persönlichkeit im Geheimen das Feuer der Unzufriedenheit
schürten und für den raschen Fortgang der Revolution
arbeiteten; er sollte ihr vor allen Dingen sagen, ob bereits
irgend eine Verbindung mit einer deutschen Stadt angeknüpft
worden, welche Aussicht für eine revolutionäre Be—
wegung in der Pfalz vorhanden sei. Und dieser Mann war
Henry Dümmler.
Jana erwartete sein Kommen, sie wußte, daß er über
Straßburg reiten würde, und in ihrer Ungeduld hatte sie
ihm einen heimlichen Boten entgegen geschickt. Letz—
terer war angelangt, Henry noch nicht. Wo weilte er, wohin
hatte er sich gewendet, was hielt ihn zurück?
Die Gedanken und Fragen, welche Jana sich nicht sofort
zu beantworten vermochte, waren dazu angethan, der wild—