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Ruhe wie früher zeigen, sind die Testner's erdfahl geworden
und ein Zittern überläuft seinen Körper, dessem er, trotz aller
Gewalt, nicht Herr zu werden vermag. Eine Geldrolle legt
er vor den Meister hin, dann deutet er auf den mit Spei—
sen besetzten Tisch und sagt kurz:
„Hier — der Rest Eures Lohnes. Nun eßt und trinkt,
damit ich Euch wieder heim geleiten kann.“
Joslin steckte ruhig das Geld ein, schenkt ein Glas voll
Wein, das er auf einen Zug leert, dann sagt er:
„Ich bin zur Heimfahrt bereit.“
„So laßt Euch die Augen verbinden, dann kommt! —
Doch gelobt mir noch einmal, die Binde nicht eher abzu—
nehmen, als bis Ihr daheim, an Ort und Stelle, ange—
langt seid.“
„Ich gelobe es Euch.“ —
Nachdem Destner dem Meister die Augen wieder wie
früher fest mit dem seidenen Tuche verbunden, führte er ihn
hinaus vor die Eremitage. Tort harrte der Wagen mit
frischen Pferden bespannt, doch neben diesem auch noch ein
Reiter in einfacher Kleidung. Destner half Joslin einsteigen
— im Wagen saß bereits einer der vertrautesten herzoglichen
Diener, gekleidt wie der Reiter — Destner
setzte sich neben den Meister und rasch fuhr das Gefährte
davon.
Nach etwa einer Stunde, die Grenze des Herzogtums
mochte wohl erreicht sein, hielt der Wagen. Der Forst—
meister stieg aus, der Reiter setzte sich an
seine Stelle, dann ging es weiter, während Destner das
Pferd bestieg umd nach dem Karlsberg, der Eremitage zu—
ritt. —
Der Morgen war gekommen, da hielt der Wagen aber—
mals und die beiden Führer Joslins hießen diesen aus—
steigen. Noch bedeuteten sie ihm, eine Weile zu war—
ten, bevor er die Binde abnehme, dann kehrten sie mit
dem Gefährt um, das bald in der Ferne verschwand.
Als Meister Joslin endlich das seidene Tuch von seinen
Augen löste, sah er sich auf derselben Stelle unter den
Weiden bei Queichheim, wo er am vergangenen Nachmittag
mit seinem rätselhaften Führer den Wagen bestiegen. Von
diesem entdeckte er keine Spur mehr. Auch achtete
er, seines Gelöbnisses eingedenk, nicht weiter darauf, fon—
dern setzte ruhig, ohne sein Gewissen beschwert zu fühlen,
seinen Weg nach Landau fort.*)
*) Der Scharfrichter von Landau hat es dennoch für seine Pflicht
gehalien, seiner vorgesetzten Behörde Anzeige von diesem geheimnis—