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um, einen Weg zur Flucht zu erspähen. Da machte der
erste Führer abermals vor einer kleinen Thüre Halt. Er
schloß sie auf und ein schmaler gewölbter Gang, der zu
beiden Seiten Fenster hatte, zeigte sich. Gott sei Dank!
es ging nicht abwärts, doch allem Anscheine nach aus dem
Schlosse. So sagte sich Elsa aufatmend und folgte ahn—
ungslos den beiden Männern.
Wieder wurde eine Thüre geöffnet und nun befanden
sie sich abermals in einem Gebaäͤude. Ein breiter Korridor
mit einer aufwärts führenden Treppe sah Elsa — sie er—
kannte die Gemälde, womit die Wände des Flurs, des Tryp—
penhauses geschmückt waren, sie befand sich in der Eremi—
tage, wo sie vor wenigen Monaten einige Tage geweilt,
bon wo aus sie ihren glänzenden Einzug auf den Karls—
herg gehalten, und wohin sie jetzt zurückgekehrt — als Ge—
fangene. —
Der erste Diener hatte den Eingang eines Zimmers
geöffnet und bedeutete Elsa einzutreten. Einen Au—
genblick zauderte diese; es war, als ob cin unbeschreibliches
Gefühl des Bangens ihr das Herz zusammen ziehe, ihre
Füße lähme, unfähig mache, die Schwelle zu überschreiten.
Da fühlte sie, wie der Mann, decs bis jetzt immer hinter
ihr drein geschritten, sie fest am Arme faßte, und einen
Schrei des Schreckens und Schmerzes unterdrückend, setzte
Elsa ihren Weg fort und betrat das geöffnete Gelaß.
Es war ein Raum von ungewöhnlicher Länge, der
nur an einer seiner Langseiten ein Fenster hatte. Elegant
var er ausgestattet, wie man jetzt, nachdem der Diener meh—
rere Lichter angezündet, sehen konnte. Auch stand in einer
Ecke ein Bett mit seidenschillernden Vorhängen. Eine der
Ehrenfäulein Elsa's hatte wohl hier gewohnt und geschla—
fen, damals, als sie, die jetzt als Gefangene hier eingetreten,
die Hauptzimmer der Eremitage inne hatte.
Schweigend wie bisher entfernten sich die Diener. Das
Schloß knarrte und Elsa war allein.
Wie sprang sie an die Thüre und horchte den ver—
hallenden Schritten nach! Dann versuchte sie leise — leise
das Schloß zu öffnen. Vergebene Mühe, es war zu fest
und zu gut geschlossen. Jetzt eilte sie ans Fenster, um in
die Nacht hinaus zu spähen. Auch dies wollte nicht ge—
lingen, denn wie es draußen zu dunkel, war es im Zimmer
zu hell dazu. Vorerst mußte sie die Scheiben so viel als
möglich vor dem Lichtschein wahren. Die brennenden Ker—
zen barg sie hinter die hohen Vorhänge des Bettes, dann
erneuerte sie den Versuch. Jetzt gelang er. Ihr Glick